Zudem müssten Kommunikationsfehler vermieden werden, die zu grossen Missverständnissen führten, erklärte Lamunière in einem Interview mit "Le Matin Dimanche". Anfangs letzter Woche war bekannt geworden, dass in den nächsten drei Jahren 17,8 Millionen Franken bei den Westschweizer Titeln "Le Matin", "24 heures" und "Tribune de Genève" eingespart werden müssten.

Die heftigen Reaktionen, welche diese Ankündigung auslöste, haben aus Sicht von Lamunière auch einen positiven Effekt. Sie zeigten die wichtige Rolle der Zeitungen als sozialer Kitt der Gesellschaft.

Keine langfristigen Garantien

Nachdem sich am Samstag bereits Tamedia-CEO Christoph Tonini im "Le Matin" für die Erhaltung der Pressevielfalt ausgesprochen hatte, gibt auch Lamunière Entwarnung. Das in den letzten Tagen verbreitete Bild eines Unternehmens, das dem Gewinnwahn verfallen sei, entspreche nicht der Realität.

Bei Tamedia gebe es keine Pläne zur Schliessung des "Le Matin". Es werde alles unternommen, um das Überleben des Titels zu sichern. Eine langfristige Garantie könne aber nicht abgegeben werden, "falls die Konjunktur weiterhin schwächer wird". 2013 werde es keine Entlassungen geben, und es werde alles unternommen, um solche zu verhindern oder zu limitieren.

Die Sparpläne seien unumgänglich, wenn man die rückläufigen Umsatzzahlen betrachte, betonte Lamunière. Es wäre unverantwortlich, wenn man nicht genügende Reserven schaffe, um in neue Geschäftsfelder investieren zu können.

Pierre Lamunière trat die Edipresse-Titel 2009 an das Zürcher Verlagshaus ab. Er zeigte sich im Interview überzeugt von der Richtigkeit dieses Verkaufs. Ein Alleingang hätte zu einer noch schwierigeren Situation geführt. Der frühere Edipresse-Patron sitzt im siebenköpfigen Tamedia-Verwaltungsrat - als einer von zwei Romands.