Insgesamt legte die Branche zwar beim Umsatz noch leicht zu, arbeitete angesichts enormer Kosten aber so wenig profitabel wie seit fast zehn Jahren nicht. Dies hat das Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) in einer aktuellen Analyse errechnet.

Zusammengenommen gingen die operativen Gewinne demnach um 18 Prozent zurück, der weltweite Neuwagen-Absatz schrumpfte um 5 Prozent. Nur 4 der 16 Hersteller, darunter als einziger deutscher Hersteller BMW, konnten im zweiten Quartal mehr Autos verkaufen als vor einem Jahr.

"Die weltweite Autoindustrie befindet sich in einer Absatz- und Gewinnkrise, die derzeit noch in erster Linie konjunkturell bedingt ist", sagte EY-Experte Constantin Gall. Schrumpfende Absatzmärkte bedeuteten stärkeren Preisdruck und sinkende Margen - und dazu kämen dann noch die hohen Investitionen in autonomes Fahren und Elektromobilität.

Um die noch kommenden Herausforderungen auch durch strenger werdende Emissionsgrenzwerte zu meistern, seien weitere Kooperationen und Partnerschaften zu erwarten, sagte Gall.

Für die deutsche Autoindustrie sehen die Berater trotz schwacher Zahlen - Daimler machte gar Verlust im zweiten Quartal - aber durchaus gute Perspektiven. Das Absatzminus falle vergleichsweise klein aus, für die schwache Gewinnentwicklung seien insbesondere Einmaleffekte verantwortlich.

"Die deutschen Konzerne haben zuletzt in grossem Stil Altlasten aus der Bilanz geräumt", sagte EY-Experte Peter Fuss. Operativ laufe es hingegen nicht schlecht.