Wirtschaftsanwalt Peter Nobel äussert sich in der «Schweiz am Sonntag» äusserst kritisch zur Häufung von Firmenverkäufen ins Ausland. «Wenn der kontrollierende Mehrheitsaktionär ein ausländischer Konzern ist, dann bringt das aus Schweizer Sicht schon Nachteile mit sich, die möglicherweise unterschätzt werden», sagt er. Die Schweiz ist wirtschaftlich eine Macht – noch.

Ein Teil der wirtschaftlichen Macht eines Landes beruht darauf, die Kontrolle über die eigenen Assets (Vermögenswerte; die Red.) zu haben. Wenn diese verloren gehen, verliert ein Land zunehmend auch seine Unabhängigkeit.»

Er führt weiter aus, dass die Schweiz dadurch geschwächt werde: «Ich halte es zum Teil für fragwürdig, wie wir Wirtschaftsfaktoren unter ausländische Kontrolle geben. Gerade auch, weil wir ein kleines Land sind. Die Schweiz lebt von ihrem Know-how, ihrem Qualitätsdenken, ihrer Reputation und ihrer Innovationskraft. Solche Werte sind ein Stück weit mit der Eigentümerschaft verbunden. Wenn diese verloren geht, können sich auch unsere Werte verflüchtigen. Andere Länder – zumal die USA und China – geben ihre Wirtschaftsfaktoren nie und nimmer so unüberlegt preis. Bei uns findet bisweilen ein leichtfertiger Ausverkauf statt.»

Explizit sagt er, der Verkauf der «Winterthur» oder auch der «Holcim» sei nicht notwendig gewesen.

Zur Syngenta-Übernahme kritisiert Nobel in der «Schweiz am Sonntag»: «China ist nun mal kein liberales Wirtschaftssystem – es ist eine politisierte Bürokratie. Und diese hat letztlich den Durchgriff auf ihre Unternehmen. Ein chinesisch beherrschtes Unternehmen ist ein Anhängsel des Staatsapparats und dient der Rohstoff- und Know-how-Beschaffung.»