Agrarchemie
Syngenta erteilt 42-Milliarden-Offerte von Monsanto eine Abfuhr

Der amerikanische Saatgut-Hersteller Monsanto will den Basler Agrarchemiekonzern Syngenta für rund 42 Milliarden Franken übernehmen. Syngenta weist die Offerte jedoch als unerbeten und zu tief zurück.

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Das Logo des Agrochemiekonzerns Syngenta

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Keystone

Gespräche zwischen den beiden Konkurrenten sind schon seit Tagen Gegenstand von Spekulationen. Am Freitag gab Syngenta bekannt, dass Monsanto pro Aktie 449 Franken offeriere, davon rund 45 Prozent in bar. Am Donnerstagabend hatte sich der Schlusskurs noch auf 332,70 Franken belaufen. Am Freitag legte die Aktie markant zu.

Syngenta will von einer Übernahme durch den weltweit grössten und auf Gentechnik spezialisierten Saatgutkonzern jedoch nichts wissen. Der Verwaltungsrat habe nach eingehender Analyse und unter Beizug von Rechts- und Finanzexperten einstimmig beschlossen, die Offerte abzulehnen, teilte der Basler Konzern mit. Syngenta ist weltweit die Nummer eins bei den Pflanzenschutzmitteln und liegt beim Saatgut auf Rang 3.

Angebot zu tief - unter anderem wegen starker Pipeline

Syngenta bewertetet das Monsanto-Angebot angesichts der eigenen Zukunftsaussichten als zu tief. Monsanto unterschätze zudem die bedeutenden Risiken einer solchen Transaktion etwa in Bezug auf behördliche Genehmigungen und die öffentliche Meinung fundamental, heisst es weiter. Der Vorschlag von Monsanto sei nicht im besten Interesse von Syngenta, der Aktionäre und anderer Anspruchsgruppen.

Syngenta verweist unter anderem auf die starke Pipeline im Pflanzenschutz mit einem Umsatzpotenzial von mehr als 3 Milliarden Dollar. Das Monsanto-Angebot reflektiere diese ausserordentlichen Wachstumsperspektiven nicht, lässt sich Syngenta-Verwaltungsratspräsident Michel Demaré im Communiqué zitieren.

Zudem sieht sich Syngenta auf Kurs, die für das laufende Jahr angestrebten Einsparungen von 265 Millionen Dollar zu erzielen. Bei dem im Jahr 2000 durch die Fusion der Agrarsparten von Novartis und AstraZeneca entstandenen Basler Konzern läuft derzeit ein Programm zur Verlagerung oder zum Abbau von 1800 von weltweit 29'000 Stellen.

Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass Syngenta im Werk in Monthey VS 116 Stellen streichen will. Dort werden Herbizide, Fungizide und Insektizide produziert.

Trotz Abfuhr noch nicht vom Tisch

Käme die Übernahme durch Monsanto zustande, entstünde ein Konzern mit einem Umsatz von 31 Milliarden Dollar. Syngenta hatte 2014 einen Umsatz von 15,1 Milliarden Doller erzielt. Der Reingewinn belief sich auf 1,6 Mrd. Dollar.

Auch wenn Syngenta dem US-Konkurrenten eine Abfuhr erteilt, ist die Übernahme aus Sicht von Analysten nicht vom Tisch. Manche erachten einen Zusammenschluss auch als sinnvoll.

Da zudem nun eine Offerte vorliegt, wird die Wahrscheinlichkeit einer Transaktion höher eingeschätzt als zuvor. Schon vor einem Jahr hatte es Spekulationen gegeben über ein Zusammengehen der beiden Konzerne.

Der Aktienkurs von Syngenta legte am Freitag deutlich zu. Gegen Mittag notierte der SMI-Titel 18,6 Prozent fester auf 394,40 Franken. Er stand damit aber weiterhin klar unter dem von Monsanto offerierten Preis, womit sich die Anleger gegenüber den Erfolgsaussichten der Amerikaner eher skeptisch zeigten.

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