Übernahme

Syngenta-Chef: Jobs in Basel und im Aargau sind gesichert

Erik Fyrwald CEO des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta, der einen chinesischen Eigentümer bekommt.

«Es werden keine Chinesen eingeflogen.»

Erik Fyrwald CEO des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta, der einen chinesischen Eigentümer bekommt.

Erik Fyrwald äussert sich zu neuen Verwaltungsräten und zum chinesischen Einfluss.

Der Countdown läuft: Bis zum 18. Mai soll die Übernahme des Basler Agrochemie-Unternehmens Syngenta durch den Staatskonzern ChemChina vollzogen sein. Die Wettbewerbsbehörden haben dem Deal zugestimmt, nur eine Hürde bleibt noch, aber niemand zweifelt daran, dass auch sie genommen wird: Die bisherigen Syngenta-Aktionäre müssen ChemChina mindestens 67 Prozent der Aktien andienen.

Entsprechend entspannt wirkt Syngenta-CEO Erik Fyrwald, als ihn die «Nordwestschweiz» gestern zum Gespräch trifft. Soeben hat der Konzern bekannt gegeben, wer die neuen Verwaltungsräte sind. Da und dort wurde befürchtet, dass die Chinesen das oberste Gremium dominieren würden. Doch dem ist nicht so. Fyrwald sagt: «Der künftige Verwaltungsrat ist ausgewogen zusammengesetzt und zeigt, dass Syngenta Syngenta bleibt – und lediglich einen neuen Eigentümer erhält.»

In Zukunft halten sich unabhängige Verwaltungsräte und ChemChina-Vertreter die Waage. Neuer Präsident wird der starke Mann von ChemChina, Ren Jianxin. Der bisherige Präsident Michel Demaré bleibt im Verwaltungsrat – als Vizepräsident. Auch die Schweizer Jürg Witmer und Eveline Saupper sind weiterhin in dem Gremium vertreten. Neu hinzu kommen nebst
Jianxin ein weiterer Chinese, ein Franzose und der Schweizer Dieter Gericke.

Keine Änderung gibt es auf der höchsten operativen Ebene. Fyrwald: «Die Geschäftsleitung bleibt, wie sie ist, es werden keine Chinesen eingeflogen», sagt er. Und er beteuert: «Am Hauptsitz, an den Schweizer Standorten, an der Strategie, der Kultur und an der Marke Syngenta wird nicht gerüttelt.» Monthey bleibe die weltweit grösste Produktionsstätte und Stein AG einer von drei strategisch wichtigen globalen Forschungsstandorten. «Es gibt keinerlei Absichten, unsere Forscher nach China zu transferieren», sagt Fyrwald.

Fast 3000 Stellen in der Schweiz

Der weltweit tätige Konzern beschäftigt gut zehn Prozent seines gesamten Personals in der Schweiz: 1418 am Hauptsitz in Basel, 861 in Monthey VS, 298 in Stein AG, 254 in Münchwilen AG, 54 in Kaisten AG und 49 in Dielsdorf ZH. Fyrwald: «Wegen der Übernahme durch ChemChina wird es in der Schweiz keinen Stellenabbau geben.» Er ist gar überzeugt: «Da wir künftig einen langfristig ausgerichteten Eigentümer haben, können wir unser Geschäft vermutlich sogar ausbauen – insbesondere in Asien.»

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