Der Deal muss allerdings noch von den Wettbewerbsbehörden bewilligt werden. Swissport werde innerhalb der HNA Group weiter als eigenständiger Betrieb operieren, teilte Swissport am Donnerstag mit. Swissport ergänze das bestehende Geschäft von HNA in den Bereichen Luftfahrt, Flughafenmanagement, Logistik und Tourismus.

"Wir sind erfreut, Teil der HNA-Gruppe zu werden", wird Swissport-Verwaltungsratspräsident Thomas Staehelin im Communiqué zitiert. Beim Verkäufer PAI Partners hiess es, der Kauf von Swissport durch HNA zeige den strategischen Wert des Unternehmens als Leader in einem stark fragmentierten Markt.

Die HNA Group ist hauptsächlich in den Branchen Luftverkehr und Tourismus aktiv und beschäftigt weltweit insgesamt 110'000 Mitarbeiter in elf Unternehmen. Zur Unternehmensgruppe gehören unter anderem mehrere Passagier- und Frachtfluggesellschaften. 2014 erzielte der Konzern einen Umsatz von 25 Milliarden. Dollar.

Mehrere Besitzerwechsel

Swissport ist die einstige Bodenabfertigungsgesellschaft der Swissair. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 60'000 Angestellte in 48 Ländern. Seit dem Zusammenbruch der Swissair wechselte Swissport bereits mehrmals den Besitzer.

Swissport war nach dem Zusammenbruch der SAirGroup im Februar 2002 für rund 580 Millionen Franken von der britischen Beteiligungsgesellschaft Candover übernommen worden. Die Briten verkauften die Firma bereits drei Jahre später wieder für 520 Millionen Euro an die spanische Ferrovial weiter. Fünf Jahre später verkaufte Ferrovial die Bodenabfertigungsfirma für 900 Millionen Franken an die französische Beteiligungsgesellschaft PAI Partners.

Swissport ist nach eigenen Angaben der weltweit grösste Flugzeugabfertiger und verbuchte dank Zukäufen in den vergangenen Jahren kräftige Wachstumsschübe. Dank der Übernahme der französischen Konkurrentin Servisair steigerte der Flugzeugabfertiger 2014 den Umsatz um fast 40 Prozent auf 2,9 Milliarden Franken.

Unter Spardruck

Im laufenden Geschäftsjahr will Swissport allerdings nicht nur weiter wachsen, sondern auch Kosten sparen. Das Unternehmen begründet die Sparpläne mit Wettbewerbsdruck.

Am Flughafen Genf hatten geplante Einsparungen allerdings Anfang Februar für Unmut gesorgt. Mehrere hundert Swissport-Angestellte hatten gestreikt und gegen Lohnsenkungen protestiert, bevor sich Gewerkschaften und Direktion einigen konnten.