Telekom

Swisscom meldet Gewinnsprung – und baut 300 weitere Stellen ab

Sondereffekte verhelfen Swisscom zu einer deutlichen Steigerung des Gewinns 2016. (Archivbild)

Sondereffekte verhelfen Swisscom zu einer deutlichen Steigerung des Gewinns 2016. (Archivbild)

Die Swisscom hat bei einem stagnierenden Umsatz 2016 deutlich mehr verdient. Der Gewinn stieg um 18 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken. Dazu haben Sonderfaktoren beigetragen. Zugleich wird bekannt: Das Unternehmen baut noch einmal Hunderte Stellen ab.

2015 hatten der Swisscom einerseits Rückstellungen von 186 Millionen Franken für eine drohende Busse der Wettbewerbskommission (Weko) das Ergebnis verhagelt. Andererseits erhöhte ein ausserordentlicher Ertrag aus einem Rechtsfall der italienischen Breitbandtochter Fastweb in der Höhe von 55 Millionen Euro den Gewinn.

Ohne diese Sonderfaktoren hat die Swisscom 2016 weniger Gewinn erwirtschaftet. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) sank um 1,2 Prozent. Grund dafür ist vor allem ein rückläufiges Ergebnis im Schweizer Kerngeschäft, wie die Swisscom in ihrer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

1000 statt 700 Stellen fallen weg

Nach dem Gewinnknick 2015 kündigte die Swisscom an, bis 2020 die jährlichen Kosten um 300 Millionen Franken gegenüber 2015 zu senken. Daran hält das Telekomunternehmen fest.

Gegenüber der damaligen Prognose erhöht die Swisscom jedoch die Zahl der Stellen, die abgebaut werden sollen. Anstatt wie damals angekündigt 700 Stellen, sollen dem Sparprogramm jetzt 1000 Stellen zum Opfer fallen. Bereits 2016 hat sich der Bestand der Vollzeitstellen beim Unternehmen um rund 600 auf 18'400 gesenkt. Ende 2017 sollen es noch 17'900 sein, teilt das Unternehmen mit.

Swisscom begründe den weiteren Stellenabbau nicht. Mitte November 2016 hatte jedoch Swisscom-Finanzchef Mario Rossi in einem Interview angetönt, dass ein solcher Schritt möglich sei. Er begründete dies mit dem Preisdruck, den sinkenden Roamingeinnahmen und den höheren Kosten für die Gewinnung von Kunden.

Die Gewerkschaft Transfair bedauert die weitere Umstrukturierung. Obwohl das Unternehmen hervorragende Resultate erwirtschafte, setze es seine Rationalisierungspolitik weiter fort, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Konkret fordert die Gewerkschaft, dass die Swisscom in Aus- und Weiterbildung der Angestellten investiert, um ihnen eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.

Tiefere Roaminggebühren machen der Swisscom zu schaffen

Dass der Gewinn 2016 nicht noch höher ausfiel, liegt am Schweizer Kerngeschäft der Swisscom: Man habe unter dem Preisdruck und den tieferen Roaminggebühren gelitten. Zudem seien die Kosten zur Gewinnung von Kunden angestiegen. Positiv ausgewirkt habe sich jedoch das Wachstum bei Fastweb und das Sparprogramm, dass die Kosten um rund 50 Millionen Franken gesenkt habe.

Der Umsatz des Konzerns hat 2016 bei 11,6 Milliarden Franken stagniert. Der Betriebsgewinn (EBITDA) inklusive Sondereffekte ist um 5 Prozent auf 4,3 Milliarden Franken angestiegen, womit die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht übertroffen hat.

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