"Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihre Pläne aufgehen", sagte er in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft", das am Freitag in der Onlineausgabe erschien.

Die Digitalkommissarin habe 27 nationale Telekomregulatoren gegen sich, sagte Rossi. "Soll sich ein Kunde eine SIM-Karte aus Portugal beschaffen und dann in Deutschland zum günstigen Tarif von Portugal telefonieren?", fragte er. Dies würde den Mittelzufluss und die Investitionskraft der Telekomanbieter schwächen.

Am Mittwoch hatte das "Handelsblatt" unter Berufung auf EU-Kreise berichtet, dass die Reform auf Widerstand stosse. "Kein Land ist mit dem neuen Telekom-Paket einverstanden", zitierte die Zeitung EU-Diplomaten.

Senkung ohne Regulierung

Swisscom-Finanzchef Rossi glaubt nicht an grenzüberschreitende Synergien in der Branche. Zwar könnten Zusammenschlüsse innerhalb eines Marktes Sinn machen, sagte er. Aber selbst zwischen der eigenen Tochter Fastweb in Italien und Swisscom seien die Synergien beschränkt.

Bezüglich den Roaming-Tarifen in der Schweiz sagte Rossi, dass diese in den nächsten zwei, drei Jahren weiter sinken würden. "Ich glaube, die Branche kann das ohne Regulierung schaffen", sagte er weiter.