Schaeppi äusserte sich sich auch zur Rolle der Politik in der Telekombranche. So hat der Nationalrat letzte Woche beim Fernmeldegesetz die Öffnung des Glasfasernetzes der Swisscom für die Konkurrenz abgelehnt. Kritiker sprechen von einer "Lex Swisscom".

Schaeppi wehrt ab: Das aktuelle Regulationsregime der Schweiz sei "sehr gut". Denn in einer sich digitalisierenden Welt brauche es immer mehr teure Infrastruktur-Investitionen. "Die Politik muss hier Investitionsanreize schaffen", stellt der Swisscom-Chef fest.

Das schweizerische Regulationsregime ist laut Schaeppi ein Erfolgsmodell. "Wir haben in der Schweiz eine der weltbesten Infrastrukturen, das sagen diverse Studien. Und diese Infrastruktur wurde ohne einen Franken Subventionen gebaut, weil wir einen Infrastrukturwettbewerb haben."

Traditionelles Geschäft ist verdampft

Schaeppi blickt auch auf die zwanzig Jahre seit dem Börsengang zurück. "Da hat sich viel geändert. Als ich zu Swisscom kam, hatten wir zwei Produkte: Festnetz- und Mobiltelefonie. Heute sind wir ein ICT-Unternehmen", erklärte Schaeppi. Auch die Firmenkultur habe sich gewandelt.

Vor zwanzig Jahren war der Umsatz von Swisscom nur leicht geringer als heute, der Betriebsgewinn sogar höher. Das illustriert laut Schaeppi die Veränderungen im Telekom-Markt: "Die Preise gehen substanziell runter, die Leistungen hoch." Das traditionelle Geschäft sei "verdampft". Parallel dazu wurden neue Geschäfte aufgebaut.

Das Klima in der Telekombranche sei in den vergangenen zwanzig Jahren insgesamt rauer geworden, resümiert Schaeppi, der kurz nach dem Börsengang zur Firma gestossen ist. Der Wettbewerbsgrad habe sich wesentlich verschärft. Der Markt sei heute stark von Promotionen getrieben - ein Auswuchs des gesättigten Markts.