"Mit lokalen Crews, welche als Muttersprache Französisch sprechen und in der Region verankert sind, können wir die Kundenbedürfnisse in der Romandie besser bedienen", sagte Betriebschef (COO) Rainer Hiltebrand am Montag in Genf. Zudem werde eine effizientere Operation am Standort Genf möglich.

Er geht davon aus, dass bestehende Westschweizer Crew-Mitglieder sich in Genf stationieren lassen wollen. Dann sollen aber auch neue Mitarbeitende aus der Romandie eingestellt werden. Bis Ende 2014 soll die Zahl der Mitarbeitenden in Genf von derzeit 81 auf rund 320 steigen, sagte Swiss-Chef Harry Hohmeister an der Medienkonferenz.

Das Management vor Ort dürfte 6 Personen umfassen. Dieses entscheide im Wesentlichen über das Angebot und die Marktbearbeitung vor Ort und solle den Markt noch gezielter bedienen und rascher auf Veränderungen eingehen können, sagte Hohmeister.

Easyjet vorne

"Swiss will eine Gesellschaft für die ganze Schweiz, nicht nur für Zürich sein", sagte Hohmeister. Der 2006 beschrittene Weg des Wachstums trete nun in eine neue Phase. Seit damals hat sich die Zahl der Swiss-Passagiere in Genf verdreifacht.

Zusammen mit ihrer Muttergesellschaft erreichte die Swiss zuletzt einen Marktanteil von 25 Prozent. Damit liegt sie hinter Easyjet, die auf 38 Prozent kommt und kürzlich einen weiteren Ausbau mit der Stationierung eines 13. Flugzeugs angekündigt hat.

Die Swiss wolle keine Preisschlacht lancieren, erklärte Hohmeister. Sie halte an der Strategie als "Qualitäts-Carrier und auch an einem hochwertigen 'all inclusive' Angebot" fest.

Im laufenden Jahr ist das Ziel, die Marke von 2 Millionen Passagieren ab Genf zu erreichen. Die Region inklusive französisches Grenzgebiet umfasse einen Markt mit 3,6 Millionen potenziellen Kunden. "Sie wächst schneller als Zürich, das Geschäftsklima ist attraktiv", sagte Hohmeister.

Andere Destinationen, neue Flugzeuge

Als Folge der Euro-Krise werden allerdings nächstes Jahr gewisse Flüge gestrichen, darunter Verbindungen nach Athen und Madrid. Demgegenüber werden die Frequenzen nach Malaga und Palma de Mallorca erhöht sowie die Feriendestinationen Olbia und Catania in den Flugplan aufgenommen.

Ab 2014 soll ab Genf sukzessive mit den neu entwickelten C-Series-Fliegern von Bombardier geflogen werden. Diese dürften weniger Treibstoff verbrauchen und weniger Lärm verursachen. Unlängst hat der kanadische Hersteller den Erstflug des Prototyps allerdings um ein halbes Jahr verschoben.

Einzige Interkontinental-Destination bleibt New York JFK. Zu Zeiten der Swissair war Genf neben Zürich auch ein Langstrecken-Drehkreuz gewesen. 1996 - gut fünf Jahre vor dem "Grounding" - wurden bis auf New York und Washington aber alle Interkontinental-Verbindungen gestrichen und in Zürich konzentriert.