Luftverkehr

Swiss schliesst mit Jumbolino-Piloten neuen GAV ab

Rainer Hiltebrand: "Sonst sind die Arbeitsplätze bald weg" (Archiv)

Rainer Hiltebrand: "Sonst sind die Arbeitsplätze bald weg" (Archiv)

Nach dem Scheitern des gemeinsamen Gesamtarbeitsvertrages (GAV) bei den Airbus-Piloten hat sich die Swiss mit den Regionalpiloten auf einen neuen GAV geeinigt. Damit können die bisher tiefer entlöhnten Regionalpiloten die künftigen Langstreckenjets Boeing 777 fliegen.

"Wenn wir unsere Arbeitsplätze in der Schweiz behalten wollen, müssen wir uns bewegen. Sonst sind die Arbeitsplätze bald weg und bei den Golf-Airlines", sagte Swiss-Flugbetriebschef Rainer Hiltebrand am Mittwoch vor den Medien in Kloten. Die Airlines vom Persischen Golf wollten die Verkehrsströme von Europa nach Asien über ihre dortigen Drehscheiben lenken.

"Dann braucht es kein Flugverkehrsdrehkreuz in Zürich mehr und auch nicht in Singapur", sagte Hiltebrand. Angesichts von hunderten neuer Flugzeuge, die die Golf-Airlines bestellt hätten, "müssen wir uns warm anziehen".

Substanzielle Einsparungen

Der neue GAV14 Plus mit den Regionalpiloten, die im Verband IPG organisiert sind, stärke die Wettbewerbsfähigkeit der Swiss. Langfristig könnten Kosten im "substantiellen zweistelligen Millionenbereich" eingespart werden, erklärte Hiltebrand. Der neue GAV14 Plus gelte bis März 2019.

Er ermögliche den bisherigen Jumbolino-Piloten neue Karrierechancen auf der Langstrecke. Denn die künftigen Langstreckenjets Boeing 777 können nur von Piloten geflogen werden, die dem neuen GAV beitreten.

Dies stösst den Swiss-Langstreckenpiloten sauer auf, die im Verband Aeropers organisiert sind und einen eigenen und besser dotierten GAV haben, der noch bis Ende 2016 gilt. Aeropers ist der Meinung, dass die B777 von den Piloten ihrer Vereinigung geflogen werden müssten.

Neuer GAV auch für Airbus-Piloten offen

Allerdings steht der neue GAV14 Plus auch den Airbus-Piloten offen. Bis zu zwei Drittel der Langstrecken-Positionen seien vorgesehen für Übertritte aus dem Airbus-Corps, sagte Hiltebrand. "Es hat genug Arbeit für alle Swiss-Piloten. Es ist nur ein Wechseln der Gesamtarbeitsverträge", sagte IPG-Präsident Rolf Fritschi.

Damit verbunden seien allerdings Lohneinbussen für die Airbus-Piloten, gestand Hiltebrand ein. Der Spitzenlohn auf der Langstrecke sei im neuen GAV14 Plus um gut 5 Prozent tiefer als im jetzigen GAV der Airbus-Piloten.

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