Versicherungen

Swiss Re preist Agrarversicherungen als Mittel gegen den Hunger

Eine Bäuerin bei der Arbeit auf einem Reisfeld in Laos (Symbolbild)

Eine Bäuerin bei der Arbeit auf einem Reisfeld in Laos (Symbolbild)

Die Versicherer sehen ein grosses Marktpotential bei den Bauern in armen Ländern. Laut dem Rückversicherer Swiss Re können Agrarversicherungen dazu beitragen, im Kampf gegen den Hunger die Versorgung mit Nahrungsmitteln in diesen Weltregionen sicherer zu machen.

850 Mio. Menschen leiden nach Angaben des Rückversicherers weltweit an Hunger, davon ein grosser Teil in den Schwellenländern in Asien und am Pazifik. Der Zugang zu gesunden Nahrungsmitteln ist für diese Menschen nicht sichergestellt, wie Swiss Re in einer am Mittwoch vorgestellten Studie schreibt.

"Insbesondere unter den gefährdeten Bevölkerungsgruppen in Schwellenländern haben sich die Ängste um die Ernährungssicherheit aufgrund der schwankenden Nahrungsmittelpreise und der Dürre in den USA 2012 verstärkt", sagt Ökonom Clarence Wong von der Swiss Re. Die Nahrungsmittelpreise seien seit 2005 um 74 Prozent gestiegen.

Grosse Investitionen nötig

Ein Mittel, um die Erträge der Bauern sicherer zu machen, ist typischerweise die Gebietsertragsversicherung. Wenn die Ernteerträge tiefer ausfallen als in einem langjährigen Durchschnitt, erhalten die Versicherten Auszahlungen.

Diese Versicherungsart besteht laut der Swiss Re seit 2010. Praktiziert wird sie beispielsweise von der Regierung von Vietnam, die in Zusammenarbeit mit Erst- und Rückversicherern so um die Absicherung der Reisbauern bestrebt ist.

Zur Befriedigung der wachsenden Bedürfnisse nach Nahrung brauche es aber auch bedeutende Investitionen in die Landwirtschaft, schreiben die Studienautoren weiter. Bei einer bis 2050 auf 9 Mrd. Menschen geschätzten Weltbevölkerung müsse die landwirtschaftliche Produktion um 60 Prozent gesteigert werden.

Hohes Potential

Für die Branche bergen Agrarversicherungen allerdings auch ein grosses Marktpotential. Von den geschätzten 23,5 Mrd. Dollar Prämien in Agrarversicherungen nehmen die Versicherer nur etwa 5 Mrd. Dollar in den Schwellenländern ein, hauptsächlich in China und Indien.

Die Swiss Re schätzt, dass sich das Potential in den nächsten zwölf Jahren auf 15 bis 20 Mrd. Dollar ausweiten wird. Die Versicherungen allein könnten den Mangel an Ernährungssicherheit in armen Weltregionen nicht beheben, aber dazu beitragen, die Anreize in der Produktion zu verbessern.

Mit den Versicherungen würden Risiken reduziert und Investitionen gefördert. Von Nutzen sei dies nicht nur für die Bauern und Produzenten, sondern auch für Regierungen, Gemeinschaften, Genossenschaften und die Agrarindustrie.

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