Coronavirus - Medtech

Swiss Medtech-Umfrage: Knapp ein Drittel Firmen noch nicht bereit

Eine Umfrage des Branchenverbands Swiss Medtech zeigt, dass der Grossteil der Branche die Umstellung auf Drittstaatenanforderungen bis Mai 2021 schaffen kann. Das schreibt Swiss Medtech am Mittwoch in einer Mitteilung.

Eine Umfrage des Branchenverbands Swiss Medtech zeigt, dass der Grossteil der Branche die Umstellung auf Drittstaatenanforderungen bis Mai 2021 schaffen kann. Das schreibt Swiss Medtech am Mittwoch in einer Mitteilung.

Wären die neuen EU-Regeln für Medizinprodukte am 26. Mai dieses Jahres in Kraft getreten, wären 28 Prozent der Schweizer Medizintechnik-Firmen noch nicht bereit für eine Umstellung gewesen. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage des Branchenverbands Swiss Medtech.

Laut dem Verband hätten die Unternehmen zusammen "einen Umsatzverlust von schätzungsweise 0,8 Milliarden Franken im ersten Jahr erlitten", heisst es in der am Mittwoch publizierten Umfrage. Dank der Tatsache, dass die neue EU-Regelung ein Jahr später in Kraft treten wird, reduziere sich dieser Anteil "auf neun Prozent beziehungsweise 0,4 Milliarden Franken", schreibt Swiss Medtech in einer Mitteilung.

Die Umfrage, die noch vor dem Ausbruch von Corona durchgeführt wurde, zeige zudem, dass der administrative Aufwand zur Erfüllung der Drittstaatenanforderungen die Branche initial 114 Millionen Franken und jährlich wiederkehrend 75 Millionen Franken koste würde, heisst es weiter.

Um ein Jahr verschoben

Die EU-Staaten und das EU-Parlament hatten wegen der Corona-Pandemie Mitte April die neue EU-Regelung um ein Jahr verschoben. Damit tritt diese erst am 26. Mai 2021 in Kraft.

Mit dem Inkrafttreten der neuen EU-Regeln bereits in diesem Jahr hätten die Schweizer Medtech-Firmen nicht nur die Bedingungen der neuen EU-Regeln erfüllen müssen, was wegen zu wenig Zulassungsstellen, die die Produkte zertifizieren müssen, Probleme bereitete.

Sie hätten sich zudem auch auf den Verlust ihres privilegierten Zugangs zum EU-Binnenmarkt vorbereiten müssen. Denn um weiter problemlos in die EU exportieren zu können, muss das Abkommen über technische Handelshemmnisse (MRA) aktualisieren werden. Zurzeit ist jedoch unklar, ob die EU dazu einwilligen wird. Das hängt von den Entwicklungen beim institutionellen Rahmenabkommen ab.

Firmen müssen sich vorbereiten

Peter Biedermann, Geschäftsleiter von Swiss Medtech, warnt deshalb: "Will die Branche den Warenexport in die EU lückenlos und unabhängig von der politischen Situation EU-Schweiz sicherstellen, muss sie auf diese Eventualität vorbereitet sein."

Der Grossteil der Schweizer Medizintechnikbranche könne die Anforderungen der EU bis Mai 2021 schaffen, falls das Abkommen mit der EU über technische Handelshemmnisse nicht aktualisiert werde, heisst es weiter.

An der politischen Forderung, dass das Abkommen über technische Handelshemmnisse unabhängig vom Rahmenabkommen rasch aktualisiert werde, halte Swiss Medtech nachdrücklich fest, schrieb der Verband weiter. Denn die anhaltende Rechtsunsicherheit gefährde die Investitions-Attraktivität massiv.

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