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Swiss-Chef kündigt höhere Ticket-Preise an und geht mit Piloten auf Konfrontation

Swiss-Chef Harry Hohmeister denkt an höhere Ticketpreise und hat mit den Forderungen der Piloten seine Mühe. (Archiv)

Swiss-Chef Harry Hohmeister denkt an höhere Ticketpreise und hat mit den Forderungen der Piloten seine Mühe. (Archiv)

Swiss-Chef Harry Hohmeister stellt sich gegen die Vorwürfe seiner Piloten, die aufgrund der Arbeitsbedingungen vor Übermüdung warnen. «Unsere Einsatzbedingungen sind weitaus besser, als dies das Gesetz zulässt.»

Swiss-Chef Harry Hohmeister entgegnet im Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» die Vorwürfe seiner Piloten, welche aufgrund der Arbeitsbedingungen vor Übermüdung warnen. «Unsere Einsatzbedingungen sind weitaus besser, als dies das Gesetz zulässt», sagt Hohmeister.

«Natürlich gibt es anstrengendere Einsätze, so wie bei jedem normalen Beruf auch. Vielleicht kommt ja die angebliche Übermüdung nicht nur vom Fliegen, sondern auch von anderen Beschäftigungen.» Er nehme die Vorwürfe durchaus ernst. Aber man solle nicht jede öffentliche Äusserung der Gewerkschaften unkritisch übernehmen.

«Ich bin Manager. Ich kann mich nicht einfach polemischen und emotionalen Äusserungen anschliessen und fügen, sonst fliegt die Swiss irgendwann nicht mehr.» Ende November hatten rund 300 Swiss-Piloten vor der Konzernzentrale in Zürich-Kloten gegen die Arbeitsbedingungen protestiert. Wenig Verständnis zeigt Hohmeister für die Fluglärmgegner, welche die Landungen nach der verlängerten Nachtruhesperre kritisieren: «Wir unternehmen alles Mögliche, um es nicht zu Verspätungen kommen zu lassen. Wir fliegen ja nicht zum Spass. Wir veranstalten keine Luxus-Rundflüge zum Vergnügen, sondern wir sind ein Teil der Schweizer Volkswirtschaft. Auf unseren Fliegern sitzen bis zu 240 Menschen, die ebenfalls ein Teil der Volkswirtschaft und Gesellschaft sind.»

Für 2011 rechnet Hohmeister mit einem ähnlich guten Resultat mit 2010. Der starke Franken könnte der Swiss jedoch einen Strich durch die Rechnung machen: «Ich muss einräumen, dass Januar und Februar bisher schlechter aussehen als erwartet. Ich denke, das echte Ausmass wird sich jetzt dann zeigen», so Hohmeister im «Sonntag».

70 Prozent der Einnahmen generiert die Swiss in Fremdwährungen. Hinzu kommen die steigenden Ölpreise: «Ich erwarte mittelfristig eine Preissteigerung der Tickets aufgrund der Ölpreisentwicklung. Wir bewegen uns zeitweise auf einem Niveau von 95 Dollar pro Barrel, Anfang 2009 waren es noch 40 Dollar. Das trifft uns natürlich und es wird sich auf die Preisgestaltung auswirken.»

Zudem betont Harry Hohmeister, dass er mit der Marke Swissair, welche die Swiss letztes Jahr für rund 10 Millionen Franken gekauft hatte, keine Pläne schmiedet: «Wir wollen keine zweite Airline aufbauen. Aber wir sichern uns die Markenrechte, denn ich möchte nicht, dass die Marke plötzlich ausserhalb des Aviatik-Umfelds positioniert wird. Es soll nie so etwas wie einen Swissair-Energydrink geben, so nach dem Motto: Trink zwei, dann hebst du ab!» Bisher wurde die Marke an zwei kleine Airlines in der Schweiz und in den USA vermietet.

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