Swatch zieht gegen die UBS vor Gericht

Swatch verklagt die UBS wegen Millionenverlusten. Dies, nachdem die Grossbank die Verhandlungen um die umstrittenen Anlagevehikel am Todestag von Nicolas Hayek platzen liess.

Sven Millischer

Die Finanzkrise hat auch das Anlagevermögen des Bieler Uhrenkonzerns nicht verschont: Die Swatch investierte Millionen in einen so genannten Absolute Return Bond Fund (ARB) der UBS. Doch das Versprechen, auch im Bärenmarkt Erträge zu liefern, entpuppte sich als ein leeres.

Der ARB-Fund tauchte 2009 und Swatch pochte auf eine Entschädigung. In diesem Frühling betrieb der Uhrenkonzern die UBS deshalb auf 30 Millionen Franken. Die Swatch fühlt sich
von der Grossbank schlecht beraten, wie die «SonntagsZeitung» schreibt: Die UBS habe «nie zum Ausstieg geraten», sondern den Uhrenhersteller im Gegenteil «gedrängt», das ARB-Investment «aufzustocken».

UBS schlägt Vergleich aus

Markus Diethelm, Chefjurist bei der UBS, bezieht in der Folge schriftlich Stellung. Es verstehe sich von selbst, dass solche Performancevorgaben – wie jene des ARB-Fund – nicht «völlig risikolos seien». Gleichzeitig erteilt der oberste Rechtsvertreter der Grossbank in jenem Brief einer aussergerichtlichen Einigung mit der Swatch eine klare Absage. Dieser schliesst nämlich mit der Bemerkung: «Ich hoffe, dass Sie Verständnis haben, nicht Hand zu einem Vergleich bieten zu können.»

Diethelm verschickt das Schreiben am 28.Juni – also jenem Tag, an dem Nicolas G. Hayek stirbt. Die UBS konnte den Brief wohl nicht mehr rechtzeitig stoppen. Zwar verfasst der UBS-Chefjurist einen Tag später ein Kondolenzschreiben, indem er sein «Bedauern» über den Zeitpunkt des Schreibens äussert. Doch das Vertrauensverhältnis zwischen Swatch und UBS scheint nachhaltig gestört.

Der Uhrenkonzern zieht postwendend vor Gericht: «Nachdem die UBS keinerlei Anstalten zur Lösung des Problems machte, haben wir Klage gegen sie eingereicht. Wir werden auf unserem Recht beharren», erklärt Nick Hayek gegenüber dem «Tages-Anzeiger» und zieht gleichzeitig gegen die Grossbank und ihre neue Imagekampagne vom Leder: «In ihrer Werbung behauptet die UBS, eine klare Linie verfolgt zu haben. Davon merken wir, was unseren Fall betrifft, aber gar nichts.»

Anfang Oktober findet der erste Gerichtstermin vor dem Friedensrichteramt der Kreise 1 und 2 in Zürich statt.

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