Mindestkurs

Swatch-Chef Nick Hayek hält SNB-Spitze für «demontiert»

Swatch-Chef Nick Hayek (Archiv)

Swatch-Chef Nick Hayek (Archiv)

Die Schweizer Nationalbank habe ihr Instrument des Mindestkurses mit einer «Panik-Aktion» preisgegeben, meint Swatch-Chef Nick Hayek. «Damit bringt die SNB Industrie und Tourismus in Nöte.»

Dabei sei die Freigabe an sich ja noch verständlich gewesen, sagt der Swatch-Chef zu «Schweiz am Sonntag». «Die Kursfreigabe musste irgendwann kommen.» Aber die SNB habe drei Jahre Zeit gehabt, um eine Strategie für einen Ausstieg aus dem Mindestkurs zu entwickeln und Allianzen zu schmieden – in der Politik und in der Wirtschaft.

«Das hat sie verpasst. Sie ist fantasielos und mutlos. Sie schaut einfach zu. Gibt es die Nationalbank überhaupt noch?», sagt Hayek. «Doch, es gibt sie: Man sieht es an den vielen Interviews der Direktoriumsmitglieder. Haben EZB-Chef Draghi oder die Fed-Präsidentin Yellen so was nötig?» In den Interviews würden die Notenbanker dauernd Signale der Unsicherheit und Machtlosigkeit aussenden. «Das ist grossartig – für die Spekulanten.»

Der Kurs zum Euro könne nächste Woche wieder bei 1.04 sein, wenn irgendwo auf dem Globus ein Konflikt ausbreche. «Verheerend ist, dass die Nationalbank dann nichts mehr tun kann. Weil das Direktorium ja bei der Abschaffung des Mindestkurses der ganzen Welt gesagt hat, dass es nicht 10, 20 oder 50 Milliarden Franken stemmen kann», sagt Hayek zur «Schweiz am Sonntag».

Eine Nationalbank müsse unabhängig sein. «Aber Unabhängigkeit bedeutet Stärke. Wir aber haben ein Nationalbank-Direktorium der Schwäche, ein Direktorium der Angst. Es fehlt an Leadership.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1