Kritik
Swatch-Chef Nick Hayek fordert eine Nationalbank-Reform

Der Kampf um den Standort Schweiz geht in die nächste Runde. UBS-Chef Sergio Ermotti plädiert für Deregulierungen, doch Swatch-Chef Nick Hayek kritisiert diesen «Masterplan» – er sieht das Problem bei der Nationalbank.

Drucken
Teilen
Swatch-Chef Nick Hayek: Die Nationalbank darf wichtige Entscheide nicht «im stillen Kämmerlein, in einem Denk-Tempel, theoretisch abgehoben» treffen.

Swatch-Chef Nick Hayek: Die Nationalbank darf wichtige Entscheide nicht «im stillen Kämmerlein, in einem Denk-Tempel, theoretisch abgehoben» treffen.

Keystone

Im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag» sagt er, das «grösste Risiko für den Standort Schweiz» sei im Moment, dass er eine «offene Flanke» habe, sagt er mit Blick auf die Aufhebung des Euro-Mindestkurses: «Wir operieren quasi ohne Nationalbank. Sie hat sich vor den Augen der ganzen Welt aus dem Spiel genommen.»

Hayek schlägt im Interview darum eine Reform der Nationalbank vor: eine Erweiterung des heute dreiköpfigen Direktoriums auf «fünf oder sieben sehr unterschiedliche Personen. Nicht nur Professoren und Theoretiker». Es dürfe nicht sein, dass die Nationalbank wichtige Entscheide «im stillen Kämmerlein, in einem Denk-Tempel, theoretisch abgehoben» treffe.

Die politische Unabhängigkeit der SNB müsse aber erhalten bleiben. Auf politischer Ebene wird die SP aktiv: Die Fraktion reicht im Parlament eine dringliche Interpellation zur Rolle der SNB ein, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Auch sie stellt, wie Hayek, die Frage nach der Einbindung der Nationalbank in die gesamtwirtschaftliche Verantwortung.

Aktuelle Nachrichten