Telekom-Anbieter

Sunrise verklagt Swisscom wegen Marktmissbrauch auf 350 Millionen

Swisscom habe mit seiner Preispolitik bei ADSL-Diensten den Wettbewerb rechtswidrig behindert, meint Sunrise (Symbolbild)

Swisscom habe mit seiner Preispolitik bei ADSL-Diensten den Wettbewerb rechtswidrig behindert, meint Sunrise (Symbolbild)

Sunrise wirft Swisscom vor, dass sie von 2001 bis 2007 ihre marktbeherrschende Stellung bei ADSL-Diensten missbraucht habe. Dabei stützt sich Sunrise auf ein Urteil des Bundesgerichts von 2019.

(dpo) «Swisscom hat ihre dominante Marktstellung missbraucht, den Wettbewerb behindert und damit den Markt geschädigt. Nicht zuletzt im Interesse unserer Kunden und Aktionäre klagen wir den Schaden nun vor Gericht ein», sagt André Krause, CEO von Sunrise in einem Communiqué vom Freitagabend.

Sunrise verweist in der Mitteilung auf eine Verfügung der Wettbewerbskommission (Weko) vom 5. November 2009 indem sie zum Schluss kam, dass Swisscom ihre marktbeherrschende Stellung im Bereich des Breitbandinternetzugangs (ADSL) missbraucht habe. Die Weko verurteilte Swisscom daraufhin zu einer Busse von 220 Millionen Franken. Das Bundesverwaltungsgericht und Bundesgericht bestätigten den Entscheid der Weko, senkten die Sanktion aber auf 186 Millionen Franken.

Swisscom habe eine Kosten-Preis-Schere praktiziert, die es Sunrise als Vorleistungsbezügerin verunmöglicht habe, das ADSL-Geschäft profitabel zu betreiben, heisst es in der Mitteilung. Deshalb hat Sunrise am Freitag eine Schadensersatzforderung von 350 Millionen Franken zuzüglich Zins beim Handelsgericht in Bern eingereicht.

Sunrise hoffe auf eine zügige Abwicklung der Klage, obwohl erfahrungsgemäss absehbar sei, dass Swisscom das Verfahren erneut über alle Instanzen ziehen werde und es Jahre dauern könnte, bis ein abschliessendes Urteil gefällt werde.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1