2010 sei das bewegteste Jahr in der Firmengeschichte gewesen, sagte Sunrise-Chef Oliver Steil am Donnerstag auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Durch das monatelange Hin- und Her um die letztlich geplatzte Hochzeit mit Orange sei Sunrise im ersten Halbjahr auf der Bremse gestanden. Nach dem Verbot der Fusion durch die Wettbewerbshüter und dem Chefwechsel habe man dann im zweiten Halbjahr am Markt wieder Gas gegeben.

Der Umsatz stieg um knapp 2,9 Prozent auf 2,052 Mrd. Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) legte gar um 8,9 Prozent auf 542 Mio. Fr. zu.

Mobilfunk wächst

"Insgesamt war es ein sehr gutes Jahr", sagte Steil. "Wir haben sehr viel in den Markt investiert, um Kunden zu gewinnen." Die Kundenzahl nahm von 2,85 Mio. auf 2,94 Millionen zu. Vor allem im Mobilfunk habe man neue Kunden anlocken können. Für Schub hätten hier die Alleskönnerhandys - allen voran das iPhone4 - gesorgt.

Dies trieb den Mobilfunkumsatz um 7,1 Prozent auf 1,233 Mrd. Fr. in die Höhe. Der Marktanteil legte von 22,4 Prozent auf 23,8 Prozent zu, wie Finanzchef Christian Hütwohl sagte. Dagegen schrumpfte im Festnetz der Umsatz um 2,6 Prozent auf 643 Mio. Franken. Auch beim Internet sank der Umsatz um 3,8 Prozent auf 176 Mio. Franken.

Fast 50 Mio. Fr. Verlust

Unter dem Strich stand für das Unternehmen allerdings trotz gut laufenden Geschäfts ein Verlust von 47,4 Mio. Fr. für das Jahr 2010. Ein Jahr zuvor hatte Sunrise noch einen Reingewinn von 158 Mio. Fr. ausgewiesen.

Die beiden Zahlen sind allerdings nicht miteinander vergleichbar. Grund dafür ist der Verkauf von Sunrise vom dänischen Telekomkonzern TDC an den Finanzinvestor CVC Capital Partners im September. CVC bürdete Sunrise einen guten Teil des Kaufpreises von 3,3 Mrd. Fr. als Schulden auf. Dafür muss Sunrise nun Zinsen bezahlen.

Die Expansion des Ladennetzes geht weiter. 20 neue Shops sollen schweizweit eröffnet werden. Damit werden deutlich über 40 neue Stellen geschaffen.