Der Sunrise-Verwaltungsrat sei zum Schluss gekommen, dass die von Freenet vorgebrachten Bedenken weder gerechtfertigt noch im besten Interesse aller Aktionäre seien, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Vielmehr - so die deutlichen Worte - sei Freenet von "eigennützigen Zielen" geleitet, die nun auf Kosten der anderen Aktionäre erreicht werden sollten.

So habe Sunrise seinem Hauptaktionär die Bereitschaft signalisiert, die Finanzierung der Transaktion zu ändern. Die Kapitalerhöhung sollte geringer als ursprünglich geplant ausfallen und stattdessen die Verschuldung erhöht werden. Freenet habe aber auch diese Option abgelehnt.

Man sei daher zum Schluss gekommen, dass die Freenet-Vertreter im Verwaltungsrat von Sunrise unter einem Interessenkonflikt litten. Der Sunrise-Verwaltungsrat schliesse nun die Freenet-Vertreter von den zukünftigen Beratungen über die UPC-Transaktion aus.

UPC-Übernahme bringt mehr

Zudem bringe der UPC-Deal höhere Synergien bringt als bisher angenommen. Es sei mit jährlich 280 Millionen statt der bisher genannten 235 Millionen zu rechnen. Gleichzeitig sei aber auch mit höheren einmaligen Integrationskosten zu rechnen (230-250 Mio statt 140-150 Mio).

Sunrise geht davon aus, dass der Deal - sofern die Generalversammlung zustimmt - per Ende November 2019 abgeschlossen werden kann.

Weniger Umsatz und mehr Gewinn

Gleichzeitig hat Sunrise seine Geschäftszahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Der Umsatz sank zwischen April und Juni um 1,7 Prozent auf 455 Millionen Franken. Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg hingegen um 3,4 Prozent auf 155 Millionen und der Reingewinn um knapp 12 Prozent auf 27 Millionen.

Der Umsatz war zwar rückläufig, gleichwohl war Sunrise erfolgreich beim Gewinnen von Kunden. So seien über 40'000 Handy-Abokunden gewonnen worden. Auch mit den Bereichen TV und Internet ist das Unternehmen zufrieden. Beim Gewinnwachstum wirkte sich positiv aus, dass sich der Geschäftsmix verbesserte.

Mit den Resultaten hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz verfehlt, bei der Profitabilität aber übertroffen.