Sulzer-Aktionäre wählen Ulf Berg ab - Sieg für Vekselberg

Vekselberg setzt sich durch

Vekselberg setzt sich durch

Ulf Berg hat den Machtkampf um das Verwaltungsratspräsidum bei Sulzer verloren. An der Generalversammlung des Industriekonzerns konnte er nur 44,87 Prozent der Aktienstimmen auf sich vereinigen.

Die Verwaltungsräte Vladimir Kuznetsov, Urs Meyer und Daniel Sauter wurden hingegen mit jeweils über 90 Prozent wiedergewählt. Damit hat sich Viktor Vekselberg durchgesetzt. Der russische Investor, der 31,2 Prozent an Sulzer kontrolliert, hatte die Abwahl Bergs verlangt.

Weil an der GV 62,5 Prozent aller Aktienstimmen vertreten waren, hätte Berg praktisch von allen anderen Aktionären unterstützt werden müssen. Diverse, teils emotionale Aufrufe von Sulzer-Kleinaktionären brachten keinen Durchbruch.

Vor der Abstimmung hatte Berg erklärt, er wolle den Entscheid der Aktionäre über seine allfällige Abwahl akzeptieren. Er sei überzeugt, dass lediglich "eine Abstimmung durch das Aktionariat ein Ausweis ordentlicher Aktionärsdemokratie" sei.

Er kündigte unmittelbar nach seiner Abwahl an, dass sich der Verwaltungsrat neu konstituieren werde. Das Vize-Präsidium des Sulzer-Verwaltungrates wird von Thor Hakstad bekleidet.

Der abgewählte Verwaltungsratspräsident rief Vekselberg dazu auf, Verantwortung für Sulzer zu tragen. Er verwies aber auch darauf, dass jede Veränderung wieder Chancen biete. Berg dankte anschliessend unter Tränen den Aktionären für die Teilnahme an der Generalversammlung.

Die anwesenden Aktionäre verabschiedeten Berg, dessen Leistungen von nahezu allen Rednern hoch gewürdigt wurden, mit stehender Ovation.

Luciano Respini wird neuer Präsident bei Sulzer. Dies haben die sieben Mitglieder des Verwaltungsrats im Anschluss an die Generalversammlung entschieden, wie der Konzern mitteilte. Respini war bisher Mitglied im Verwaltungsrat und tritt nun die Nachfolge von Ulf Berg an

Meistgesehen

Artboard 1