Ein Flagship-Store, einzigartig in der Schweiz und gar in Europa. So beschreibt der CEO von Media Markt Schweiz, Martin Rusterholz, den neuen Media Markt in Dietlikon. Der Laden wurde in den letzten fünf Wochen umgebaut, am Mittwoch, einen Tag vor der heutigen Eröffnung, führt Rusterholz gemeinsam mit dem Filialeiter Marco Frischknecht eine Gruppe Journalisten und Fotografen durch den neuen Laden.

Kunden sollen etwas erleben

Dabei ist auch Roboter Paul, extra angereist aus der Schwesterfiliale im Shoppingcenter Sihlcity. In den nächsten Tagen soll er die Kunden in Dietlikon begrüssen. Während einer Ansprache von Rusterholz plappert Paul dazwischen: «Darf ich Ihnen unsere neuen Smartphone-Angebote vorstellen», fragt er. Niemand achtet auf ihn. «Es muss ein Kommunikationsproblem vorliegen», stellt er schliesslich fest. Dann surrt er zwischen den Regalen davon.

Paul wurde nach Dietlikon geholt, um das neue Konzept zu unterstreichen: Im grössten Media Markt der Schweiz es soll um Spass und Inspiration gehen. Dafür wurden neun «Erlebnisinseln» eingerichtet. Dort wird nichts verkauft, sondern die Produkte können ausprobiert werden. Es gibt zum Beispiel die «Styling Bar», wo Kundinnen den neusten Lockenstab oder Föhn benutzen können. Oder der Bereich «VR Experience», wo Virtual-Reality-Spiele gespielt werden.

Mit dem neuen Laden in Dietlikon will der deutsche Händler demonstrieren, dass das Unternehmen weiter an den stationären Handel glaubt. «Kein Online-Shop kann die Beratung der Mitarbeiter ersetzen», ist Rusterholz überzeugt.

Media Markt muss sich steigern

Das neue Konzept in Dietlikon ist ein Versuch, das Geschäft wieder anzukurbeln. Denn in den letzten Jahren lief es nicht gut für Media Markt: Die Umsätze sind stetig gesunken. Im Jahr 2010 machte Media Markt noch 1038 Millionen Franken Umsatz, im 2015 waren es 811 Millionen, ein Jahr später noch 748 Millionen, wie Zahlen des Marktforschungsunternehmens GfK zeigen. Für das Jahr 2017 gab Media Markt keine Zahlen bekannt. Die Umsätze der Schweizer Konkurrenz, etwa von Digitec Galaxus oder Interdiscount, sind in dieser Zeit entweder gewachsen oder stabil geblieben. Media Markt hat es im Gegensatz zu seinen Konkurrenten verpasst, rechtzeitig in einen ansprechenden Online-Shop zu investieren.

Das habe man in den letzten Monaten nachgeholt, betont Rusterholz. «Die Neuerungen sind aber noch zu wenig bekannt». Media Markt erziele rund 15 Prozent des Umsatzes mit dem Onlinehandel. Zum Vergleich: Die gesamte Elektro-Branche erzielt rund 30 Prozent ihres Umsatzes aus dem Online-Handel.

Laut Rusterholz will man für die Umsatzsteigerung sowohl online als auch auf den Verkaufsflächen auf das gleiche Konzept setzen: möglichst viel Auswahl, um möglichst viele Bedürfnisse abzudecken.