Eine Übersicht über die Studiengebühren an Schweizer Universitäten zeigt: In den letzten zehn Jahren haben 10 von 12 Universitäten die Gebühren erhöht und die Unterschiede sind grösser geworden.

Im Jahr 2002 verlangte die Universität Genf als billigste Universität 500 Franken, die Universität St. Gallen als teuerste 807 Franken. Das war ein Unterschied von 61 Prozent. Heute ist Genf immer noch am billigsten (weiterhin 500 Franken) und St. Gallen immer noch am teuersten (1226 Franken). Der Unterschied beträgt jedoch heute 145 Prozent.

Die meisten Universitäten haben die Gebühren im Bereich von 6 bis 20 Prozent angehoben. Dieser Wildwuchs ist nach der Studie «Sozialverträgliche Studiengebühren» der Eidgenössischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) problematisch. Deren Autor schreibt, «eine markante Erhöhung» müsse «von grundsätzlichen Anpassungen des Gebühren- resp. Stipendiensystems» begleitet werden.

In St. Gallen haben die Gebühren nun eine kritische Höhe erreicht, dazu gibt es aber keine flankierenden Massnahmen. Eine schweizweite Koordination gibt es nicht. Das bestätigt Susanne Hardmeier von der EDK: «Bei der EDK sind Studiengebühren zur Zeit kein Thema».

Für die Economiesuisse sind die Studiengebühren generell immer noch zu tief. «Im Vergleich zu den höheren Fachschulen sind die Gebühren tief», sagt Philipp Bauer, Projektleiter Bildung. Man dürfe sich schon fragen, warum Universitätsstudenten, die oft aus bildungsnahem Elternhaus stammen, gegenüber den andern derart bevorzugt würden. (sha)