Nach Angaben der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) gab es bereits 2015 rund 800 Millionen Hungernde auf der Welt. Weil die Weltbevölkerung weiter wächst, steigt auch der Bedarf an Nahrung.

Die britischen Wissenschaftler warnen nun aber, dass klimabedingte Ernteausfälle die nötige Steigerung der Lebensmittelproduktion schwierig oder sogar unmöglich machen könnten. Dies werde zu höheren Lebensmittelpreisen und einem geringeren Verbrauch führen.

In ihrer am Mittwoch im Medizinjournal "The Lancet" veröffentlichten Untersuchung schreiben die Wissenschaftler der Universität Oxford, die klimabedingten Ernteausfälle könnten zu einer durchschnittlichen Verringerung der pro Mensch zur Verfügung stehenden Kalorien und zu einem rund vierprozentigen Reduzierung des Obstverzehrs führen.

"Selbst geringste Veränderungen in der Verfügbarkeit von Nahrung können weitreichende gesundheitliche Folgen haben", erklärte der Leiter der Studie, Marco Springmann. Diese Veränderungen könnten für den Tod von 529'000 Menschen zusätzlich verantwortlich sein, etwa durch Herzinfarkte, Krebs oder Schlaganfälle, warnen die Wissenschaftler.

Besonders gefährdet sind der Studie zufolge Länder mit geringen und mittleren Einkommen. Fast drei Viertel der ernährungsbedingten Todesfälle durch den Klimawandel sind demnach in China und Indien zu erwarten.