Den seit zehn Tagen anhaltenden Ausstand setzten die Mitarbeiter fort. Sie wollen unter anderem höhere Sozialversicherungsbeiträge und Lohnerhöhungen erreichen. Adidas erwartet keine Lieferengpässe durch den Streik.

Es handelt sich um den grössten Arbeitskampf in China in der jüngsten Vergangenheit. Der Konflikt zeigt das zunehmende Selbstbewusstsein der Arbeitnehmer in China, die sich immer besser informieren und organisieren und dafür auch moderne Mittel wie soziale Netzwerke und das Internet nutzen.

Ein Sprecher von Yue Yuen sagte, die Firma habe bessere Sozialleistungen angeboten. Die neuen Konditionen sollten am 1. Mai in Kraft treten. Die Streikenden lehnten das Angebot jedoch ab.

"Die Firma betrügt uns schon seit zehn Jahren", sagte eine Arbeiterin auf dem riesigen Industriegebiet von Gaobu im Delta des Perlenflusses. "Die Verwaltung von Gaobu, das Arbeitsamt und die Sozialversicherung betrügen uns alle zusammen", schimpfte sie. Hunderte Polizisten blieben in dem Industriegebiet stationiert, einige mit Schilden und Schäferhunden.

Der Sportausrüster Adidas erklärte, man beobachte den Konflikt, und bestätigte, der Mutterkonzern von Yue Yuen, Pou Chen Group, sei auch in Gesprächen mit der örtlichen Regierung über die Arbeitsbedingungen. Zu Lieferengpässen für Adidas komme es nicht. Der deutsche Konzern lässt - ähnlich wie Konkurrenten - seine Sportartikel bei weltweit über 1000 Zulieferern produzieren.