Frankreich

Streik beeinträchtigt Bahnverkehr in Frankreich weiterhin

Die französischen Bahnangestellten setzten am Wochenende ihren Streik gegen die Reformpläne der Regierung fort. Erneut fielen zahlreiche Zugsverbindungen aus. (Archiv)

Die französischen Bahnangestellten setzten am Wochenende ihren Streik gegen die Reformpläne der Regierung fort. Erneut fielen zahlreiche Zugsverbindungen aus. (Archiv)

Frankreichs Eisenbahner haben am Wochenende ihren Arbeitskampf gegen die geplante Bahnreform fortgesetzt. Der Bahnverkehr war wegen des Streiks erneut teilweise lahmgelegt. In der Bevölkerung sinkt laut Umfragen der Rückhalt für die Streikenden.

Eisenbahner haben am Wochenende wieder weite Teile des Zugverkehrs in Frankreich lahmgelegt. Allein die Hälfte der Verbindungen mit TGV-Hochgeschwindigkeitszügen entfiel, wie die staatliche Bahngesellschaft SNCF mitteilte. Betroffen waren demnach auch wieder Verbindungen mit der Schweiz.

Laut Einschätzung des SNCF-Managements hat sich die Lage für die Reisenden im Vergleich zu vorhergehenden Streikphasen insgesamt jedoch deutlich verbessert. Der Sonntag war bereits der zwölfte Streiktag bei der Bahngesellschaft SNCF.

Die letzten zwei Streiktage fielen auf ein Rückreise-Wochenende. Sie trafen auch Reisende, die ins verlängerte Wochenende wollten. Der 1. Mai ist in Frankreich ein gesetzlicher Feiertag.

Die französische Regierung will die hoch verschuldeten SNCF umbauen und den Bahnverkehr - wie auf EU-Ebene beschlossen - für Wettbewerber öffnen. Neu eingestellte Mitarbeiter sollen künftig nicht mehr den beamtenähnlichen Eisenbahner-Status bekommen.

Weniger Rückhalt

Laut einer Umfrage unter 1000 Personen schwindet in der Bevölkerung die Unterstützung für die "cheminots", wie die Eisenbahner auf französisch heissen. Noch 41 Prozent der Befragten finden, dass der Streik gerechtfertigt ist, wie die Wochenzeitung "Le Journal de Dimanche" berichtete.

So tief sei der Rückhalt für die Streikenden seit Beginn des Arbeitskampfes am 3. April noch nie gewesen. Der höchste Wert hatte bei 47 Prozent gelegen. Vor einer Woche waren es noch 43 Prozent.

62 Prozent der Befragten wünschten sich, dass die Regierung nicht nachgibt. Bei dieser Frage nahm die Zustimmung im Vergleich zur Vorwoche um ein Prozent zu.

Die Gewerkschaften weigern sich seit dem 19. April, an den Treffen mit Verkehrsministerin Elisabeth Borne teilzunehmen. Für den 7. Mai ist ein Gespräch der Gewerkschaften mit Regierungschef Edouard Philippe angesetzt.

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