Basel
Straumann baut das preiswertere "Value"-Segment aus

Die mit einem markanten Stellenabbau verbundene Reorganisation hat sich für den Zahnimplantatehersteller Straumann gelohnt: Das Unternehmen konnte den Reingewinn 2013 um 169,8 Prozent auf 101,2 Mio. Fr. steigern.

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Neben seinem angestammten Geschäft mit hochpreisigen "Premium"-Produkten setzt Straumann verstärkt auf das preiswertere "Value"-Segment. (Archiv)

Neben seinem angestammten Geschäft mit hochpreisigen "Premium"-Produkten setzt Straumann verstärkt auf das preiswertere "Value"-Segment. (Archiv)

Keystone

Der Umsatz sank aber wegen des starken Frankens um 0,9 Prozent auf 679,9 Mio. Franken. Das organische Wachstum habe jedoch 1,2 Prozent betragen, stellte der seit einem Jahr amtierende Konzernchef Marco Gadola am Dienstag vor den Medien fest. Nach einem enttäuschenden ersten Quartal sei Straumann in den folgenden neun Monaten solid gewachsen.

Zulegen konnte Straumann namentlich in Nordamerika, China und Japan. In Nordamerika, seinem zweitwichtigsten Markt, konnte das Unternehmen seine Verkäufe von 173,7 auf 181,7 Mio. Fr. steigern. In Europa dagegen schrumpfte der Umsatz von 378,1 Mio. Fr. auf 368,4 Mio. Franken.

300 Stellen abgebaut

Geprägt war das vergangene Jahr von einer einschneidenden Restrukturierung. Die Zahl der Beschäftigten wurde um 12 Prozent auf 2217 gesenkt. Allein in der Schweiz wurden 179 Stellen gestrichen. Am Hauptsitz in Basel sank die Zahl der Angestellten um 164 auf 328, im Werk Villeret im Berner Jura zudem um 15 auf 328.

Trotz diesem Abbau konnte Straumann seine Spitzenposition auf dem auf 3 Mrd. Fr. geschätzten Weltmarkt stärken. Laut dem CEO brachte es das Unternehmen auf einen Marktanteil von 19 Prozent und liegt damit um einen Prozentpunkt über dem Vorjahreswert und um zwei Punkte vor Nobel Biocare.

Positiv ausgewirkt hat sich die Restrukturierung, für die das Unternehmen 17 Mio. Fr. hauptsächlich für Abfindungen aufwenden musste, auf das operative Ergebnis. Der Betriebsgewinn stieg um 83,6 Prozent auf 115,8 Mio. Fr. und die EBIT-Marge kletterte von 9,2 auf 17 Prozent.

"Value"-Segment wird ausgebaut

Neben seinem angestammten Geschäft mit hochpreisigen "Premium"-Produkten setzt Straumann verstärkt auf das preiswertere "Value"-Segment. So gab das Unternehmen am Dienstag den Einstieg bei der 2007 gegründeten taiwanesisch-schweizerischen Biodenta bekannt, den sich Straumann 6 Mio. Fr. kosten lässt. Gemeinsam wird der Fokus zunächst vorab auf China und dann auf weitere Wachstumsmärkte gerichtet.

Wie schon in Spanien, verfolgt Straumann künftig auch in den USA eine Zwei-Marken-Strategie: Neben den eigenen werden dort ab März auch preiswerte Produkte des brasilianischen Herstellers Neodent angeboten. An diesem hatte sich Straumann 2012 mit 49 Prozent beteiligt. Nächstes Jahr soll diese Beteiligung auf 75 Prozent aufgestockt werden.

Um seine Position im "Value"-Segment zu stärken, stieg Straumann letztes Jahr für 38 Mio. Fr. auch bei der deutschen Medentika und bei der spanischen Createch Medical ein. Die beiden Unternehmen und Neodent, die bei Straumann nicht konsolidiert sind, steuerten 6 Mio. Fr. zum Konzerngewinn bei.

Bei den eigenen "Premium"-Produkten setzt Straumann weiterhin auf Innovation. Auch in Zukunft sollen 6 bis 7 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung gesteckt werden. Eine Neuheit ist etwa das erste Implantat aus Keramik, das dieses Jahr breit lanciert werden soll. Zugleich nahm der Konzern Preissenkungen vor, um der Billig-Konkurrenz Paroli zu bieten.

Für das laufende Jahr, das laut CEO Gadola gut begonnen hat, geht Straumann von einem wachsenden Weltmarkt aus. Umsatz und Margen sollen höher ausfallen als letztes Jahr.