Credit Suisse

Steuerstreit kostet CS 2,5 Milliarden - folgt bald das Schuldeingeständnis?

Der Steuerstreit mit den USA kommt die Grossbank Credit Suisse wohl noch teurer zu stehen als gedacht. Das Kreditinstitut müsse knapp 2,5 Milliarden Dollar an die USA zahlen, berichtet das «Wall Street Journal». Ähnliches berichtet «Bloomberg».

Die Zeitung berief sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Im Rahmen der Einigung werde sich die Bank auch schuldig zur Beihilfe zu Steuerhinterziehungen bekennen, hiess es weiter.

Doch anders als von einigen Vertretern der Finanzbranche befürchtet, solle dies nicht dazu führen, dass die jeweilige Bank keine Geschäfte mehr machen dürfe. Sollte es so kommen, wäre es eine gute Nachricht für die Credit Suisse.

Zuletzt hatten Insider der Nachrichtenagentur Reuters berichtet, die Strafe werde sich wohl auf mehr als zwei Milliarden Dollar belaufen. Bereits in der nächsten Woche könnte die Vereinbarung mit den USA bekannt gegeben werden, hiess es in dem Bericht weiter. Die Strafe wäre damit etwa drei Mal so hoch wie die 780 Millionen Dollar, welche die Grossbank UBS 2009 in einem ähnlichen Verfahren zahlte.

Bloomberg: Einigung kurz vor Abschluss

Laut einem Bericht der Agentur Bloomberg steht die CS kurz vor der Einigung um ein Schuldeingeständnis („Plead Guilty") mit den US-Behörden. Das meldet Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

Von der insgesamt 2,5 Milliarden Franken Busse würden 1,7 Milliarden an das Justizdepartment fliessen, mindestens 600 Millionen an das Department of Financial Services in New York und 100 Millionen an die US-Notenbank Federal Reserve. Die Einigung dürfte Anfang nächster Woche offiziell bekannt gegeben werden.

Schuldeingeständnis

Der Mutterkonzern würde sich gemäss dem Bericht vor dem Bundesgericht in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia unweit der Hauptstadt Washington für schuldig bekennen. Es wäre das erste Mal seit über zwei Jahrzehnten, dass sich eine grosse globale Bank schuldig bekennt. Bei den bisherigen Fällen in den letzten Jahren, welche Banken wie die UBS, HSBC oder JP Morgan betrafen, hatte man sich immer ohne Schuldeingeständnisse verständigt. Wenn solche verlangt worden waren, dann von Tochtergesellschaften der grossen Banken, aber nie von den Konzernmuttergesellschaften.

Gemäss dem Bericht müsse die Credit Suisse die Namen der US-Steuersünder nicht bekannt geben. Sprecher der Bank kommentierten die Entwicklung gegenüber Bloomberg nicht.

Bei Credit Suisse war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Ermittlungen gegen die Bank und rund ein Dutzend weiterer Schweizer Geldhäuser laufen seit 2011. (sda/nch)

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