Bob Iger, Chef des Unterhaltungskonzerns Walt Disney, kassierte 2015 eine Vergütung von 40,6 Millionen Franken. Damit war er gemäss einer gestern publizierten Liste des auf Salärfragen spezialisierten Beratungsunternehmens HKP/// group Schweiz im internationalen Vergleich der Spitzenverdiener. Severin Schwan, Chef des Basler Pharmakonzerns Roche, schaffte es mit 15 Millionen auf Platz 20.

Hierzulande bleibt Schwan der höchstbezahlte Top-Manager. Im Geschäftsbericht wird die Direktvergütung allerdings lediglich mit 11,4 Millionen Franken beziffert. Das rührt daher, dass der in Wertpapieren ausbezahlte variable Saläranteil nicht zum Marktwert, sondern zu einem um 45 Prozent tieferen Wert ausgewiesen wird. Begründet wird dies damit, dass die Titel zehn Jahre gesperrt sind.

Salärausweis kaum vergleichbar

Das macht nicht nur Roche. Auch Nestlé veranschlagt im Geschäftsbericht den Wert der an seine Konzernleitungsmitglieder abgegebenen Wertschriften nicht zum Marktwert. Insgesamt wenden laut den Beratern von HKP 8 von mehr als 40 der untersuchten Firmen nicht den international anerkannten Standard zur Bewertung der Löhne ihrer Chefs an. Daher seien die offengelegten Saläre nicht wirklich vergleichbar. Dabei kann es auch vorkommen, dass die offengelegten Beträge zu hoch sind. Dies sei beispielsweise bei der ABB und bei Novartis der Fall. Der sogenannte «Fair Market Value» der an ABB-Chef Ulrich Spiesshofer zugeteilten Titel sei um 50 000 Franken tiefer. Bei Pharmachef Joseph Jimenez sei der Ausweis gar um 800 000 Franken zu hoch.

Bei der Vergleichbarkeit können die Schweizer Firmen also zulegen. Dank der Annahme der Minder-Initiative sind dafür die Vergütungsberichte transparenter als früher. Die Aktionäre von Schweizer Unternehmen verfügten deshalb heute «über ein ausserordentlich gutes Instrument», um über die Vergütung der Cheflöhne abzustimmen, sagte Martin Pfändler von der HKP: «Das gibt es sonst nirgends.»

Nur eines hat Thomas Minder mit seiner Initiative nicht erreicht, auch wenn dies eines seiner Ziele gewesen ist: Die Chefsaläre sind seit 2010 wieder stark angestiegen.