Elena Rybolovlev hat genug von ihrem milliardenschweren Dünger-König. Die Frau von Dimitry Rybolovev, eine der 100 reichsten Personen der Welt, reichte die Scheidung ein.

Von den geschätzten 13 Milliarden Vermögen will sie die Hälfte für sich und reichte in Genf, USA, Singapur und Zypern Klage ein, berichtete «Le Temps».

Medizinstudent wird Dünger-Experte

Rybolovevs Reichtum verdankten sie einer märchenhaften Karriere, die nach dem Mauerfall begann. Die zwei Medizinstudenten heirateten jung und schafften es, Kaliumminen unter ihre Kontrolle zu bringen, sie sind wichtig für Dünger.

In den wilden 90-Jahren der Privatisierungsphase Russlands verbrachte Dimitry Rybolovev mehrere Monate im Gefängnis. Man verdächtigte ihn, am Mord eines Industriellen beteiligt gewesen zu sein. Aus Mangel an Beweisen liess man ihn wieder laufen.

Die Rybolovlevs richteten sich darauf aus «Sicherheitsgründen» in Genf ein. 2008 wurde Rybolovevs Gruppe Uralkali an der Londoner Börse auf 34 Milliarden Dollar bewertet.

Eine Villa für knapp 100 Millionen Dollar

Forbes rangierte Dimitry Rybolovlev auf Rang 79 der reichsten Menschen der Welt. Im August 2008 sorgte Dimitry Rybolovlev für Schlagzeilen, als er Donald Trump eine Villa in Palm Beach, Florida für knapp 100 Millionen Dollar abkaufte.

Kurz darauf reichte seine Frau die Scheidung ein. Sie habe Dimitrys Vorlieben für andere Frauen satt. Einige seiner jungen Eroberungen hätte er mit seinen Freunden und anderen Oligarchen «geteilt».

Vermögen nach Zypern transferiert

Im Scheidungsstreit beschuldigt Elena Rybolovlev ihren Ex auch, er habe über längere Zeit Vermögenswerte aus der ganzen Welt nach Zypern transferiert, um seine Verpflichtungen beim Scheidungsprozess zu umgehen. Streitgegenstand sind offenbar auch wertvolle Bilder von Picasso, Van Gogh oder Matisse.

Berichterstattung unerwünscht

Als die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) über den Fall berichten wollte, vesuchte Dimitry Rybolovlevs Anwältin Anne Reiser offenbar, die Berichterstattung darüber zu verhindern. «Falls Sie trotzdem etwas darüber schreiben, dann weise ich Sie formell darauf hin, dass mein Klient sich möglicherweise rechtliche Schritte vorbehält», zitierte sie die AP.

Vom Kreml unter Druck gesetzt

Dimitry Rybolovlev kam diesen Juni in der Wirtschaftszene in die Schlagzeilen. Durch undurchsichtige Manöver übernahm die Russische Regierung die Mehrheit an seiner Firma Uralkali.

Im Gegensatz zu anderen Oligarchen wurde er aber nicht ins Gefängnis gesteckt sondern ausbezahlt: Er erhielt über 5 Milliarden Dollar und 10 Prozent Aktien der Gruppe Polys, die sich auf Goldvorkommen spezialisiert.