Industrie

Stahlkonzern ThyssenKrupp nach Riesenverlust wieder mit Gewinn

Der grösste Stahlkonzern von Deutschland hat den Weg aus der Krise gefunden

Der grösste Stahlkonzern von Deutschland hat den Weg aus der Krise gefunden

Der grösste deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp hat das schlimmste Jahr der Unternehmensgeschichte abgehakt und sieht sich wieder auf Erfolgskurs. Dank der Konjunkturerholung und Einsparungen hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009/10 wieder einen Gewinn nahe der Milliardengrenze erzielt.

Unter dem Strich stand ein Überschuss von 927 Mio. Euro, nach einem Verlust von 1,87 Mrd. Euro im Vorjahr, wie ThyssenKrupp am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz in Essen bekannt gab. Grund für die Verbesserung ist neben massiven Kosteneinsparungen der Wirtschaftsaufschwung in wichtigen Abnehmerbranchen wie etwa dem Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau.

Der Umsatz kletterte in der Berichtsperiode 2009/10 (per Ende September) im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 42,62 Mrd. Euro. Der Auftragseingang legte gar um 15 Prozent auf 41,25 Mrd. Euro zu. Zum Teil kräftige Zuwächse seien im Geschäft mit Flach- und Edelstahl sowie mit Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau erzielt worden, hiess es.

Gestärkt aus Krise

"ThyssenKrupp ist gestärkt aus der Krise hervorgegangen und wieder auf Erfolgskurs", sagte der scheidende Konzernchef Ekkehard Schulz. Der Konzern sei dabei, auf den langfristigen Wachstumspfad zurückzukehren.

Vom Vorkrisenniveau sei ThyssenKrupp aber noch weit entfernt. Für das laufende Geschäftsjahr gab sich der Manager "vorsichtig optimistisch" und stellte ein Umsatzwachstum von 10 bis 15 Prozent in Aussicht. Die Konzernstruktur müsse aber weiter gestrafft werden.

Schulz hatte dem Konzern, der neben Stahl auch Autoteile, Aufzüge oder U-Boote herstellt, in der Krise ein rigides Sparprogramm verpasst. Einige Geschäfte, etwa im zivilen Schiffbau, hatte er verkauft, weitere Veräusserungen sind geplant.

Der 69-jährige Schulz gibt seinen Posten Mitte Januar an den ehemaligen Siemens-Manager Heinrich Hiesinger ab. Auf Vorschlag der Krupp-Stiftung soll Schulz in den Aufsichtsrat des Konzerns einziehen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1