Konsumentenpreise

Stärkster Rückgang des Preisniveaus seit 50 Jahren

Waren werden günstiger (Archiv)

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Die Jahresteuerung in der Schweiz ist im Mai den dritten Monat in Folge negativ ausgefallen. Sie ging um 1,0 Prozent zurück, wie das Bundesamt für Statistik mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang des Preisniveaus seit 50 Jahren.

Letztmals war die Jahresteuerung im September 1959 um 1,0 Prozent gesunken. Vor genau 50 Jahren, im Mai 1959, betrug der Rückgang gar 1,2 Prozent.

Der Preisrückgang hat sich im Mai 2009 im Jahresvergleich beschleunigt. Im April war die Jahresteuerung um 0,3 Prozent zurückgegangen.

Zur Erklärung verwenden Statistiker den Begriff des Basiseffekts. Das bedeutet: Im vergangenen Jahr hatten die rekordhohen Ölpreise bis im Oktober für einen Teuerungsschub gesorgt. Im Mai etwa betrug die Teuerung 2,9 Prozent, den Höhepunkt erreichte sie im Juli mit 3,1 Prozent. Danach brachen die Ölpreise zusammen, ab November ging die Teuerung deutlich zurück.

Dieser ungewöhnliche Preisschub beeinflusst nun ein Jahr später die Teuerungsrate, da in diesem Jahr das Preisniveau für Erdöl deutlich tiefer liegt. Zur Veranschaulichung: Heizöl war im Mai 48,1 Prozent billiger als ein Jahr zuvor. Beim Benzin machte der Abschlag 20,6 Prozent aus, beim Diesel 27,2 Prozent.

Betrachtet man nun die Teuerung im Vergleich zum Vormonat, entfällt der Basiseffekt. Entsprechend ist im Mai ein leichter Preisanstieg zum April zu verzeichnen. Der Anstieg vom April zum Mai betrug 0,2 Prozent. Der Landesindex der Konsumentenpreise erreichte damit den Stand von 103,5 Punkten (Dezember 2005 = 100).

Mehr ausgeben mussten Konsumentinnen und Konsumenten im Mai für Energie (+1,8 Prozent) und Mieten (+0,4 Prozent). Auch Tanken wurde teurer, die Benzin- und Dieselpreise stiegen um 3,5 Prozent.

Rückläufig waren hingegen die Preise für Hausrat und die laufende Haushaltführung (-0,2 Prozent). Billiger waren ferner Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (-0,2 Prozent). Auch in Restaurants und Hotels musste etwas weniger bezahlt werden (-0,1 Prozent), die Ausgaben für Freizeit und Kultur sanken ebenfalls (-0,1 Prozent).

Unverändert blieben die Preise für alkoholische Getränke und Tabak, sowie Gesundheitspflege. Auch in der Telekom-Branche blieb das Preisniveau stabil.

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