Pferdezucht

Ständerat nimmt Nationalgestüt aus der Spar-Schusslinie

Blick aufs Nationalgestüt in Avenches (Archiv)

Blick aufs Nationalgestüt in Avenches (Archiv)

Geht es nach dem Ständerat, wird nichts aus dem Rückzug des Bundes vom Nationalgestüt in Avenches VD. Der Bund soll es weiterhin finanziell unterstützen und betreiben, verlangte die kleine Kammer am Mittwoch mit 29 zu 4 Stimmen in einer Motion.

Der Bundesrat wollte mit dem Rückzug ab 2012 jährlich 7 Millionen Franken sparen. Vorgesehen war die Massnahme im Konsolidierungsprogramm 2012 bis 2013, das im Wesentlichen erst kommendes Jahr im eidgenössischen Parlament beraten wird.

Mit der von Peter Bieri (CVP/ZG) eingereichten Motion ist das Gestüt vom Gefecht um das Konsolidierungsprogramm ausgenommen, wenn der Nationalrat ihr auch zustimmt.

Erika Forster (FDP/SG) wollte die Motion der Finanzkommission des Rats zuweisen und erreichen, dass diese das Anliegen bei der Vorberatung des Konsolidierungsprogramms aufnimmt. Ihr Ordnungsantrag scheiterte trotz Zusicherungen, die Kommission sei durchaus Gestüt-freundlich.

Bis das Konsolidierungsprogramm beraten sei, werde es Herbst 2011. Solange sollten die rund 65 Gestütsangestellten nicht im Ungewissen bleiben müssen, hielten diverse Votanten Forster entgegen.

Für Motionär Bieri ist das 1899 gegründete Gestüt ein nationales Kulturgut. Die 60 dort gehaltenen Hengste sicherten den Fortbestand der einzigen Schweizer Pferderasse, der Freiberger Pferde. Gerade im Jahr der Artenvielfalt wäre es widersinnig, diese Rasse aus finanzpolitischen Überlegungen dem Aussterben anheimzustellen.

Mit dem Freiburger Schwarzfleck-Vieh sei schliesslich bereits eine Schweizer Rinderrasse unwiderbringlich verloren, warnte Bieri. Der Bund solle das Gestüt weiterhin betreiben und finanzieren.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann wehrte sich vergeblich dagegen, dass der Bund in die Pflicht genommen wird. Zur Rettung des Nationalgestüts liefen diverse Anstrengungen und der Bund strebe eine gedeihliche öffentlich-private Partnerschaft zum Weiterbetrieb an.

Das Gestüt in Avenches widmet sich der Pferdeforschung und ist ein Kompetenzzentrum für alles rund ums Pferd. Die Motion Bieri ist nicht der einzige Vorstoss zu seiner Rettung. Der Kanton Jura etwa setzt sich mit einer Standesinitiative für das Gestüt ein.

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