"Die Löhne soll man jetzt nicht antasten. Das schlägt auf die Stimmung im Betrieb", sagte Spuhler in einem Interview mit der "SonntagsZeitung". Auch volkswirtschaftlich gesehen sei es ein Fehler, jetzt die Kaufkraft zu reduzieren.

Eine intelligentere Lösung ist seiner Ansicht nach, die Wochenarbeitszeit anzuheben. Die Angestellten würden diesen Schritt auch mittragen, "wenn es eine temporäre Massnahme bleibt", sagte Spuhler.

Zusätzliche Bundesgelder für Kurzarbeit würden zwar nicht unmittelbar helfen. In den letzten Krisen sei es aber "sehr sinnvoll" gewesen, weil etwa hochqualifizierte Mitarbeiter gehalten werden könnten und somit Know-how im Betrieb bleibe.

Weiter würde er es begrüssen, "wenn der Staat für tiefere Kosten sorgen würde", sagte Spuhler. Tiefere Steuern und Abgaben sowie die Vereinfachung von Verwaltungsprozessen würden die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

UBS-CEO will keine Subventionen für Wirtschaft

Ins gleich Horn stösst auch der CEO der Grossbank UBS. In einem Interview mit der "Schweiz am Sonntag" sagte Sergio Ermotti zum Thema Wettbewerbsfähigkeit: "Wir können zum Beispiel bei Steuern und der Infrastruktur ansetzen."

Er gehe davon aus, dass Massnahmen eingeleitet würden, noch bevor die Konsequenzen des SNB-Entscheids spürbar seien. Letzteres dürfte frühstens gegen Ende Jahr der Fall sein. Zudem forderte er wie auch Spuhler Klarheit in der Beziehung zu Europa, insbesondere was die Zuwanderung von Fachkräften betreffe. 

"Falsch wäre ,wenn wir jetzt einfach mehr Subventionen ausschütten. Wir brauchen keine Subventionen für unsere Wirtschaft, wir brauchen Rahmenbedingungen, die uns ein Umfeld bieten, dass Schweizer Unternehmen erfolgreich sein können", sagt Ermotti.

Zum Euro-Frankenkurs meint Ermotti: "Wir wissen alle, dass der Euro gegenüber dem Franken viel höher bewertet sein müsste, bei etwa 1.30 Franken pro Euro. Wir müssen uns bewusst sein, dass diese Marktanomalien, die wir jetzt sehen, viel länger andauern könnten, als man denkt", sagt der zur "Schweiz am Sonntag". Und es könnte auch sein, dass der Schweizer Franken sich in den nächsten Monaten nochmals verstärkt." (sda/no)