Bruchlandung
Spurenbeseitigung auf Italienisch: Alitalia lackiert Unglücksmaschine um

Nach einer Bruchlandung mit 16 Verletzten in Rom reagierte die Fluggesellschaft Alitalia prompt und überpinselte in einer Nacht- und Nebelaktion kurzerhand das Logo auf der Crash-Maschine mit weisser Farbe.

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Vorher - nachher: Alitalia überpinselt das Logo der Unglücksmaschine.

Vorher - nachher: Alitalia überpinselt das Logo der Unglücksmaschine.

Keystone/Telenews

Ein Flugzeug mit 50 Menschen an Bord ist bei einer missglückten Landung in Rom von der Piste abgekommen und im Gras gelandet. 16 Menschen verletzten sich bei dem Unfall am Samstagabend, zwei von ihnen schwer.

An Bord waren 46 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Die schwersten Verletzungen erlitt ein rumänisches Crewmitglied, das gemäss Medienberichten Wirbelsäulenverletzungen davon trug; der 30-Jährige sei aber nicht in Lebensgefahr, hiess es.

Im Auftrag der Alitalia geflogen

Das Flugzeug gehörte nach italienischen Angaben der rumänischen Fluggesellschaft Carpatair, war aber im Auftrag von Alitalia von Pisa nach Rom geflogen. Die Fluggesellschaft annullierte noch in der Nacht alle Pisa- und Bologna-Flüge von Carpatair nach Rom.

Als Ursache für den Zwischenfall nannte Alitalia starken Wind. In der Nacht zum Sonntag bekam die verunfallte Turboprop-Maschine dann eine neue Lackierung - Farben und Schriftzug der Alitalia verschwanden vom Rumpf der ATR 72.

Über Nacht neu lackiert

Bilder zeigten die Maschine kurz nach der Bruchlandung auf dem Flughafen Fiumicino in den grün-roten Farben von Alitalia mit dem Schriftzug des Unternehmens. Am Sonntag war das Flugzeug dann plötzlich komplett weiss: Der gesamte Rumpf einschliesslich der Fenster war offensichtlich über Nacht umlackiert worden.

Gewerkschaftsvertreter gaben Alitalia die Schuld an dem Unglück: Der Deal mit Carpatair, der die Kosten senken soll, gefährde die Sicherheit der Passagiere.

Streik gegen Alitalia

Für Montag kündigten Alitalia-Piloten und -Flugbegleiter einen Streik gegen die Partnerschaft mit Carpatair an. Bereits Ende Januar hatten sie für einen Tag die Arbeit niedergelegt. In den vergangenen Wochen war es wiederholt zu Zwischenfällen auf Carpatair-Flügen im Auftrag von Alitalia gekommen.

Carpatair hatte die Kritik zurückgewiesen und von einer Medienkampagne gesprochen. Diese sei von den italienischen Pilotengewerkschaften angezettelt worden, die die Zusammenarbeit zwischen den beiden Fluglinien seit September 2011 ablehnten.

Der Generalsekretär der Gewerkschaft Uil Trasporti, Marco Veneziani, sagte dem Sender SkyTg24, seine Organisation sei "erstaunt über die Zahl der Schäden und Probleme im Zusammenhang mit dieser Gesellschaft". Er habe bereits die zivile Luftfahrtbehörde alarmiert, jedoch keine Antwort erhalten.

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