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«Spiel mit dem Feuer»: Gegen die GA-Pläne der SBB regt sich Widerstand

Die SBB prüft Alternativen zum Generalabonnement. Verkehrsverbände sind skeptisch und warnen vor voreiligen Entscheiden.

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Das GA als Erfolgsmodell des Schweizer öV. (Symbolbild)

Das GA als Erfolgsmodell des Schweizer öV. (Symbolbild)

Keystone

Die SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar will das GA „neu denken“, wie sie in mehreren Interviews diese Woche sagte. Zukünftig soll ein System Fahrten automatisch zum günstigsten Preis abrechnen. Eine Vorauszahlung wie beim GA mache keinen Sinn mehr, so Ribar. Es wäre das Ende des GA in seiner heutigen Form. Schon Ribars Vorgänger Ulrich Gygi hatte das GA in Frage gestellt.

Dagegen regt sich Widerstand: „Das GA ist ein Erfolgsmodell des Schweizer öV und soll auf absehbare Zeit unbedingt beibehalten werden“, sagt Stefan Engler, CVP-Ständerat des Kantons Graubünden und Mitglied der Verkehrskommission der „Schweiz am Sonntag“. „Das GA über Bord werfen zu wollen, ohne gleichzeitig über eine funktionierende bessere Alternative zu verfügen, ist ein Spiel mit dem Feuer beziehungsweise mit den Kunden“.

Neue technische Möglichkeiten erlaubten mittelfristig eine Weiterentwicklung des Systems, indem allen Kunden der GA-Komfort geboten werden könne, die Kosten jedoch verursachergerechter auf die Nutzer verteilt würden. Das schliesse ein Pauschal-Abo wie das GA aber nicht aus, und es werde noch Jahre dauern, bis die technischen und politischen Voraussetzungen dafür geschaffen seien.

Ähnlich äussert sich Ueli Stückelberger, Präsident des Verbands öffentlicher Verkehr, welcher das GA herausgibt: „Ich erachte das GA als sehr gutes Produkt, das äusserst beliebt ist“, sagt Stückelberger der Zeitung. Es lägen keine Branchenentscheide vor, es abzuschaffen. Der GA-Komfort bestehe nicht nur im einfachen Handling, sondern auch darin, dass der Kunde nur einmal einen fixen Preis bezahle und nachher gefühlt gratis fahre. „Das GA soll in seiner heutigen Form erhalten bleiben“, sagt Stückelberger der „Schweiz am Sonntag“. Möglich und sinnvoll sei, das GA durch zusätzliche neue Ticketsysteme zu ergänzen. Der Kunde solle aber die Wahl haben.

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