Die goldenen Zeiten im Bankgewerbe sind vorbei. Das Umfeld ist garstiger geworden, die Profitabilität der Institute leidet. Neue Kapitalregeln, so sinnvoll sie sind, führen längerfristig zu geringerem Wachstum. Bei den Hypotheken ist zu starkes Wachstum in der heutigen Zeit für eine Bank gefährlich. Hier stehen die Anbieter auf der Bremse. Deshalb ist der angekündigte Schritt der Neuen Aargauer Bank (NAB) nachvollziehbar.

Bis Ende 2018 müssen die Kosten um rund zehn Prozent sinken. So lauten die Vorgaben des Mutterhauses, der Credit Suisse. Die Grossbank will unter dem neuen Chef Tidjane Thiam den Schweiz-Bereich, zu dem die NAB gehört, für einen Börsengang fit machen. Die Sparübung führt wohl auch zu einem Stellenabbau.

Das regulatorische Umfeld ist das eine. Das andere ist die wirtschaftliche Situation: Viele KMU müssen sich nach der Decke strecken. Eine traditionell wichtige Kundengruppe der Regionalbanken leidet. Um die gut gehenden Firmenkunden balgen sich immer mehr Anbieter. Neben den Platzhirschen versuchen auch immer mehr ausländische Banken – angelockt von den Erträgen der letzten Jahre – in der Region ihr Glück.

Die Firmenkunden sind das eine. Das andere sind die Sparer. Negativzinsen stellen hier die Bankwelt völlig auf den Kopf: Wieso soll der Sparer noch sein Geld auf sein Institut des Vertrauens bringen, wenn er weiss, dass er nur noch dafür bezahlen muss?

Es braucht jenseits der Sparprogramme auch eine Diskussion über die Rolle der Banken: Für was stehen die Institute? Wie können sie künftig ihren ureigensten Zweck erfüllen, den Ausgleich von Anlage- und Kreditbedarf? Die Finanz-intermediäre sind gefordert. Mit der
Digitalisierung entstehen neue Geschäftsmodelle. Für den Bankenplatz, aber auch für den Industriestandort ist die Diskussion entscheidend.