Hörgeräte

Sonova zahlt deutscher Kartellbehörde Busse von 4,2 Millionen Euro

Die Herstellung von Hörgeräten verlangt nach Präzision (Archiv)

Die Herstellung von Hörgeräten verlangt nach Präzision (Archiv)

Das deutsche Bundeskartellamt hat eine Millionenstrafe gegen den Hörgerätehersteller Sonova verhängt. Die Sonova-Tochter Phonak müsse eine Busse von 4,2 Mio. Euro (6,4 Mio. Fr.) zahlen, weil sie gegen einen Internethändler vorgegangen sei, der als Preisbrecher galt.

Der Internethändler hatte Hörgeräte von Phonak deutlich unter dem üblichen Preis angeboten. Daraufhin beschwerten sich andere Hörgeräte-Akustiker aus ganz Deutschland bei Phonak, worauf das Unternehmen mit einer Liefersperre gegen den "Preisbrecher" reagierte. Dieser sah sich dadurch gezwungen, seine Preise für die Hörgeräte anzuheben.

Phonak handelte damit nach Ansicht der Wettbewerbshüter ordnungswidrig. Sie massen dem Vorgehen zudem eine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung zu.

Die Ausschaltung des Internetanbieters sei dazu geeignet und bestimmt gewesen, die auf dem deutschen Markt für den Hörgeräte-Handel insgesamt herrschende Preisstabilität aufrechtzuerhalten, erklärte das Kartellamt.

Im Markt für Hörgeräte gebe es nur wenig Wettbewerb. Für den Kunden bestehe "keine hinreichende Produkt- und Preistransparenz". Phonak habe versucht, diesen Zustand zu zementieren. Wenn der Preiswettbewerb aber wie in dieser Branche ohnehin eingeschränkt sei, wiege jede weitere Verhinderung des Wettbewerbs umso schwerer.

Sonova bestreitet jegliche systematische Beeinflussung der Endverkaufspreise von Hörgeräteakustikern. Zugleich kündigte das Unternehmen aber an, gegen die Busse keine Rechtsmittel einzulegen. Die Summe habe keinen Einfluss auf die Gewinnaussichten für das laufende Jahr, teilte Sonova weiter mit.

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