Nun sieht Sonova im Markt für Innenohrimplantate (Cochlea) mittelfristig deutlich höheres Potenzial als im Markt für Mittelohrimplantate, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Das Mittelohrimplantat sei noch in der Entwicklungsphase und besitze weder die CE-Zertifizierung noch die FDA-Zulassung. Auf dem Markt sei es noch nicht erhältlich.

Erst vor kurzem war Sonova mit seinem Innenohrimplantat der Tochter Advanced Bionics in den USA auf den Mark zurückgekehrt, das dem Konzern so viele Sorgen bereitet hatte. Im vergangenen November hatte Sonova das Implantat wegen eines technischen Defekts zurückgerufen.

Reihe von Problemen

Sonova hatte deshalb im März die Märkte mit einer Gewinnwarnung geschockt. Daraufhin stürzte die Aktie um fast ein Viertel ab. Richtig Staub aufgewirbelt hat allerdings die Tatsache, dass kurz vor der Gewinnwarnung Spitzenleute noch mit Verkäufen von Sonova-Aktien und -Optionen Kasse gemacht hatten.

Dies führte zu einem Köpferollen in der Teppichetage. Konzernchef Valentin Chapero und Finanzchef Oliver Walker mussten ihre Posten räumen. Auch Verwaltungsratspräsident Andy Rihs gab sein Amt auf, blieb aber im obersten Führungs- und Aufsichtsgremium.

Wegen der Defekte musste die Firma eine Wertberichtigung von 192 Mio. Fr. vornehmen. Dies liess den Gewinn des Geschäftsjahres 2010/11 einbrechen.

Konsultationen laufen

Was die Weiterbeschäftigung der 26 Mitarbeiter angeht, die am Mittelohrimplantat forschen, hält sich Sonova noch zurück. Allfällige personelle Änderungen würden erst nach Abschluss der Mitarbeiterkonsultation bekannt gegeben, schreibt der Hörgerätehersteller. Sollte der Plan umgesetzt werden, müsste Sonova eine Sonderabschreibung von 5 Mio. Fr. vornehmen.

Überdies gab Sonova einen Wechsel an der Spitze der Tochterfirma Unitron Hearing bekannt: Jan Metzdorff löst Michael Tease als Präsident ab.