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Sonderkosten für Teilprivatisierung drücken Ruag-Gewinn

Sonderkosten für Teilprivatisierung drücken Ruag-Gewinn. (Archiv)

Sonderkosten für Teilprivatisierung drücken Ruag-Gewinn. (Archiv)

Der Industrie- und Rüstungskonzern Ruag hat im ersten Halbjahr 2019 aufgrund der Währungsentwicklung einen leicht tieferen Umsatz erwirtschaftet.

Zudem drückten Kosten für die Entflechtung und Umstrukturierung im Rahmen der geplanten Teilprivatisierung auf den Halbjahresgewinn.

Der Nettoumsatz sank verglichen mit der Vorjahresperiode um 1,0 Prozent auf 944 Millionen Franken, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Zudem kamen mit Aufträgen im Wert von 923 Millionen Franken 10 Prozent weniger neue Bestellungen herein. Allerdings hat die Ruag noch ein grosses Auftragspolster: Der Auftragsbestand fiel im Vergleich zum Vorjahr mit 1,82 Milliarden um 7,4 Prozent höher aus.

Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) halbierte sich auf 19 Millionen Franken von 41 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Reingewinn ging brach auf 5 von 24 Millionen ein.

Umstrukturierungskosten von 8 Millionen

Als Gründe werden die Sonderkosten der Entflechtung und eine Überschreitung der geplanten Aufwendungen bei einzelnen Projekten genannt. Der Bundesrat hatte im Frühjahr die Teilprivatisierung des bundeseigenen Konzerns beschlossen. Gemäss den Entscheiden des Bundesrates wird die heutige Ruag ab Januar 2020 eine neue Beteiligungsgesellschaft mit zwei neuen Subholdings: MRO Schweiz wird im Besitz des Bundes verbleiben und weiterhin die sicherheitsrelevanten Dienstleistungen zu Gunsten des VBS erbringen. Ruag International soll zu einem Aerospace Konzern weiterentwickelt und privatisiert werden.

Die Kosten für die Umstrukturierung seien im Semester mit 8 Millionen tiefer als budgetiert gewesen und sie würden im zweiten Halbjahr stark ansteigen, wie der Konzern weiter schrieb. Alle 25 Teilprojekte im Rahmen der Entflechtung würden sich positiv und wie geplant entwickeln.

Substanzielle Plankostenanpassungen in zwei Projekten bei Ruag MRO Schweiz sowie gesunkene Profitabilitäten in einzelnen Business Units hätten auch den bereinigten Betriebsgewinn gedrückt.

Höherer Umsatz 2019 erwartet

Stabilisiert habe sich die Situation für Aerostructures in Oberpfaffenhofen (DE) und Eger (HU). Positiv habe sich auch das internationale Cyber-Geschäft und der Standort Australien der Division MRO International entwickelt. Die Division Ammotec vermeldete zudem eine merkliche Umsatzzunahme im Bereich Armee & Behörden, hiess es weiter.

Auch für das Gesamtjahr 2019 rechnet das Management mit einem leicht höheren Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) soll bedingt durch die Entflechtungskosten deutlich tiefer ausfallen.

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