Wenn das Thermometer wie dieser Tage auf 35 und mehr Grad Celsius hochschiesst, bewegt sich kaum jemand mehr als nötig. Und wer es tut, hat meist ein kühlendes Ziel vor Augen: den Schatten, den See, den Kühlschrank mit Getränken oder Glaces.

Auch entlang der Kühl- und Tiefkühlstationen in den Supermärkten der Detailhändler herrscht deshalb an solchen Hitzetagen reger Durchgangsverkehr. «Die Nachfrage für kalte Getränke und Glaces ist in den letzten Tagen eindeutig gewachsen», sagt Migros-Sprecher Patrick Stöpper. Ganz oben in der Hitliste der Hitzekunden rangieren Mineralwasser, aromatisiertes Wasser sowie Eistee.

Bei der Migros-Tochter Denner, die auch Alkohol verkauft, gilt das Gleiche: «Sobald die Temperatur steigt, leeren sich bei uns die Regale mit den kühlen Getränken und Glaces viel rasanter», so Sprecher Thomas Kaderli. Dabei gebe es kaum Unterschiede zwischen Mineral, Cola, Eistee oder Bier. «Was kalt und erfrischend ist, geht über den Ladentisch.» Auch werde in besonders heissen Perioden eher Weisswein oder Rosé gekauft, dafür weniger Rotwein.

Hitze als Appetitzügler

Um auf die jetzt massenhaft veranstalteten Grillpartys und Barbecues vorbereitet zu sein, rüsten die Detailhändler auf. Bei Lidl Schweiz heisst es, dass man die Filialbestände an Getränken und Glaces sowie abgepackten Grillprodukten kurzfristig markant hochgefahren habe. Coop berichtet von Absatzhöhenflügen für Fleisch- und Vegi-Spiessli, marinierten Steaks, Grillkäse sowie Cervelats und Bratwürsten. Dazu kommen andere typische Hochsommerprodukte wie Salate, Früchte, vor allem Melonen, die bei Extremhitze noch etwas besser laufen als sonst.

Doch nimmt der Hunger nicht eher ab, wenn es so heiss ist? «Insgesamt schon», bestätigen mehrere Detailhändler. Gerade bei Süssigkeiten wie Schokolade, Kuchen und Keksen oder Teig- sowie Brotwaren brechen die Verkaufszahlen zurzeit etwas ein. Bei der Migros hat auch der Ladenmetzger aktuell etwas weniger zu tun. «Im Allgemeinen wird bei so heissem Wetter zugunsten der Grillprodukte etwas weniger Frischfleisch gekauft», sagt Patrick Stöpper.

Auswirkungen haben die hohen Temperaturen auch auf die Verkäufe im Non-Food-Bereich. Bei Coop gehen dieser Tage massenweise Sonnencremes, Insektensprays und Deodorants über die Kassenförderbänder. Bei der Tochterfirma Coop Bau + Hobby tummeln sich die Kunden um Verkaufsregale mit Gummibooten und Luftmatratzen. «Ein richtiger Renner sind in diesem Jahr und aktuell ganz besonders unsere Stand-up-Paddles», sagt Sprecher Urs Meier.

Ähnlich gelagert ist die Nachfrage bei Migros. Neben Ventilatoren, Klimageräten, Luftreinigern, Kühl- und Gefrierschränken sowie Glace- und Eismaschinen verkauft sich alles rund ums Wasser zurzeit hervorragend. «Die Kunden shoppen Badekleider, ganze Pools und aufblasbare Gummitiere», sagt Sprecher Stöpper. (rw)