Studie

So würde ein Wegfall der Bilateralen I der Schweizer Wirtschaft schaden

Für eine florierende Wirtschaft ist die Schweiz auf die Bilateralen angewiesen, so die Studie. (Symbolbild)

Für eine florierende Wirtschaft ist die Schweiz auf die Bilateralen angewiesen, so die Studie. (Symbolbild)

Der Wegfall der Bilateralen I hätte gravierende Auswirkungen auf die Schweizer Volkswirtschaft. Zu diesem Schluss kamen die Forschungsinstitute BAK Basel und Ecoplan in Studien, die im Dezember veröffentlicht worden sind.

Die Studien im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) widmen sich der Frage, was geschehen könnte, wenn die Schweiz und die EU bei der Personenfreizügigkeit zu keiner Einigung kämen und in der Folge die gesamten Bilateralen I durch die "Guillotine-Klausel" ausser Kraft gesetzt würden.

Die Forschungsinstitute kamen zum Schluss, dass eine ersatzlose Streichung der Bilateralen I von 2018 bis 2035 die Schweiz kumuliert 21'500 Franken pro Einwohner (Ecoplan) beziehungsweise 36'000 Franken (BAK) kosten würde.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wäre 2035 um 4,9 Prozent (Ecoplan) beziehungsweise 7,1 Prozent (BAK) tiefer als im Szenario mit den Bilateralen I. Das BIP pro Kopf läge 2035 ohne Bilaterale I um 1,5 Prozent (Ecoplan) beziehungsweise 3,9 Prozent (BAK Basel) tiefer als im heutigen Szenario.

Verknappung des Arbeitsangebots

Der Wegfall der Verträge mit der EU hätte grosse Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Kontingentierung der Zuwanderung würde das Arbeitsangebot verringern und die Kosten der Arbeitskräfterekrutierung erhöhen.

Der Wegfall von Marktzugangsabkommen würde zu neuen Handelsbarrieren führen und den Marktzugang einschränken - mit negativen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft.

Die Forschungsinstitute rechneten in ihren Studien mit einer jährlichen Abnahme der Nettozuwanderung um 25 Prozent. Von der prognostizierten Zuwanderung wurde jener Teil weggerechnet, welcher gemäss der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich in den vergangenen Jahren dem Freizügigkeitsabkommen zugeschrieben werden kann.

Die Untersuchungen beruhen auf der Annahme, dass nach dem Wegfall der Bilateralen I keine Ersatzabkommen abgeschlossen werden. Übrig blieben bestehende Abkommen wie das Freihandelsabkommen von 1972.

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