Bussen-Chronologie
So viele Milliarden bezahlte die UBS in den vergangenen zehn Jahren

Für Manipulationen wurde die UBS am Mittwoch mit 511,7 Mio. Franken gebüsst. Da die Strafe tiefer ausfiel als erwartet, stieg die UBS-Aktie sogar – dabei hat die Bank allein in den letzten 10 Jahren knapp 5,25 Milliarden Franken an Bussen bezahlt.

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Die Top-6-Bussen der UBS in den letzten 10 Jahren
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Platz 5: 364,5 Millionen Franke Die UBS einigt sich am 29. Juli 2014 im Steuerstreit mit Deutschland: Gegen eine Zahlung von 364,5 Millionen Franken stellt die Staatsanwaltschaft Bochum die Ermittlungen gegen die UBS ein. (Bild: UBS-Hauptsitz in Frankfurt am Main)
Platz 4: 723,9 Millionen Franken Am 26. Juli 2013 kommt es zwischen der UBS und der US-Hypothekenmarktbehörde zu einem Vergleich wegen des Verkaufs von Ramsch-Hypotheken an die staatlich finanzierte Fannie Mae und Freddie Mac. Die Grossbank bezahlt insgesamt 723,9 Millionen Franken.
Platz 3: 774 Millionen Franken Die UBS wird am 11. Dezember 2014 für ihre jahrelnage Manipulation von Wechselkursen mit 774 Millionen Franken zur Kasse gebeten. Der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht muss sie unrechtmässig erzielte Gewinne (134 Mio.) abliefern, Die britische Aufsichtsbehörde FCA und die US-Behörde CFTC büssen die Bank mit 359 Mio. respektive 281 Mio. Franken.
Platz 2: 913,2 Millionen Franken Nach monatelangem Tauziehen zwischen UBS, Bundesrat und US-Behörden um die Herausgabe von Namen verdächtiger Kunden einigen sich die Schweiz und die USA am 18. Februar 2009 auf einen Vergleich, der die UBS 913,2 Millionen Franken kostet.
Platz 1: 1,1 Milliarden Franken Am 19. Dezember 2012 zahlt die UBS im Zusammenhang mit der unrechtmässigen Beeinflussung des Referenzzinssatzs Libor 1,1 Milliarden Franken an die US-Behörden.

Die Top-6-Bussen der UBS in den letzten 10 Jahren

Keystone

Die Grossbank UBS ist am Mittwoch glimpflig davon gekommen. Wegen Manipulationen von Devisenkursen und aufgrund frührerer Manipulationen des Referenzzinssatzes bezahlte die UBS den US-Behörden 511,7 Millionen Franken. Experten hatten im Vorfeld eine deutlich höhere Busse erwartet.

Somit stieg am Mittwochmorgen der Kurs der UBS-Aktie prombt um rund zwei Prozentpunkte.

Diese neuste Strafe über rund eine halbe Milliarde Franken ist allerdings nur eine von vielen – die Liste ist lang. Alleine in den letztehn zehn Jahren musste die Grossbank rund 5,25 Milliarden Franken zahlen.

Am Mittwoch hatte das US-Justizdepartement eine 2012 getroffene Vereinbarung widerrufen, welche das Schweizer Finanzinstitut vor einer Strafverfolgung wegen der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor geschützt hatte. Die UBS zahlte im Dezember 2012 knapp 1,1 Milliarden Franken Strafe – ihre höchste Busse der letzten zehn Jahre. Nun muss die Grossbank ihre Schuld bezüglich des Missbrauchs elektronischer Kommunikation aber eingestehen und eine zusätzliche Busse von 203 Millionen Dollar bezahlen.

Im Jahr 2015 hat die UBS nun 526,4 Millionen Franken an Bussen bezahlt. Jene für die Manipulation von Devisenmärkten liegt mit 321,1 Millionen Franken in der Rangliste der höchsten Strafen der letzten zehn Jahre auf Platz 6.

Abgschlossen ist diese Bussen-Liste der UBS damit nicht, auch weil der Manipulationsfall Fall für die UBS noch nicht ganz vom Tisch ist: Neben anderen hat auch die Eidgenössische Wettbewerbsbehörde (Weko) eine Untersuchung eröffnet. Berichte über mögliche Manipulation der Devisenmärkte und insbesondere darin wichtiger Referenzkurse hatten 2013 auch die Aufsichtsbehörden verschiedener Länder auf den Plan gerufen.

Desweiteren steht das grösste Schweizer Geldhaus seit 2012 im Visier der französischen Justiz. Bereits letzten Herbst musste die UBS eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen, nachdem es mit einem Einspruch vor Gericht gescheitert war. (edi/romsei)

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