Jeweils zu Beginn des Jahres trifft sich die Unterhaltungstechnologie-Branche in Las Vegas. An der Consumer Electronic Show (CES) werden die neusten Gadgets gezeigt und die Technologien der Zukunft präsentiert. Der Trend zu noch grösseren Bildschirmen bei Fernseher und Smartphones hält an, Autos werden intelligent und eine neue Spielkonsole sorgt für Furore.

Ultra HD-Fernseher

Gross und scharf sollen sie sein, die Fernseher der Zukunft. Die Luxus-Modelle der TV-Hersteller verfügen alle über Bildschirme, deren Diagonale mehr als zwei Meter misst. Samsung will sogar einen 110-Zoll-Fernseher (2,79 Meter) auf den Markt bringen. Das Riesenmöbel ist nicht nur fast so gross wie eine Wandtafel, sondern sieht mit dem Metallgestell, an dem der Bildschirm aufgehängt ist, auch so aus. Doch nicht nur auf die Grösse, sondern auch auf die Pixel-Dichte kommt es an – und hier setzten die Hersteller mittlerweile nicht mehr auf HD-TV sondern auf Ultra-HD-TV.

Diese Auflösung wird auch 4K genannt, da sie viermal mehr Bildpunkte darstellen kann als Full-HD. Bis sich diese Geräte auf dem Massenmarkt durchsetzen werden, dürfte es aber noch lange dauern. Einerseits sind diese Fernseher noch sündhaft teuer – das 84-Zoll-Gerät von LG kostet 20000 Dollar – anderseits gibt es noch fast keine Inhalte, welche diese Auflösung unterstützen würden. Das möchte Sony ändern. Der Konzern will im Sommer eine Plattform mit Filmen in der neuen Ultra-HD-Auflösung lancieren.

Die neue Spielkonsole Shield

Es ist die Überraschung der Messe: Der Grafikkarten-Hersteller Nvidia hat eine eigene Spielkonsole vorgestellt. Damit tritt der Zulieferer in direkte Konkurrenz mit Sony, Microsoft und Nintendo. Auf den ersten Blick erinnert das Gerät mit den farbigen Knöpfen und den beiden Analogsticks (Mini-Joysticks) an einen Xbox-Controller. Doch das Shield genannte Gerät ist mehr als bloss ein Controller: Es verfügt über einen eigenen Prozessor und einen 5-Zoll-Bildschirm, sodass damit auch unterwegs gespielt werden kann.

Der eigentliche Clou aber ist, dass Shield sogenanntes Cloud-Gaming ermöglicht. Dabei wird die Grafik nicht auf dem Endgerät berechnet, sondern in der Cloud, also in einem Rechenzentrum irgendwo auf der Welt. Von dort werden dann die Bilder via Konsole auf den heimischen Fernseher gestreamt. So lassen sich grafisch aufwendige Games spielen, ohne dass man zu Hause über eine hochgezüchtete Game-Maschine verfügt. Voraussetzung ist eine schnelle, stabile Internetverbindung.

Riesen-Smartphnes

Nicht nur bei den Fernsehern, sondern auch bei den Smartphones wird der Trend zu immer grösseren Bildschirmen fortgesetzt. Das Xperia Z von Sony hat einen 5-Zoll-Bildschirm (12,7 cm). Damit übertrifft es sogar das Galaxy S3 von Samsung, das bisher für sein grosses Display (4,8 Zoll) bekannt war. Trotz des riesigen Bildschirms ist das Android-Gerät nicht einmal 8 Millimeter dick. Punkten kann das Xperia Z auch mit seiner 13-Megapixel-Kamera. Das grösste Handy hingegen hat Huawei vorgestellt: Das Ascend Mate hat einen 6,1-Zoll-Bildschirm (15,1 cm). Man könnte es auch als Minitablet mit Telefonfunktion bezeichnen.

Samsung präsentiert seinen Mega-Fernseher

Samsung präsentiert seinen Mega-Fernseher

Selbstfahrende Autos

Die CES wird auch für die Automobilbranche immer wichtiger. Toyota etwa hat den Prototypen eines selbstfahrenden Autos vorgestellt. Der Lexus ist mit Kameras und Sensoren ausgestattet, um Verkehrsschilder lesen zu können. Läuft ein Kind vor den Wagen, bremst das Gefährt automatisch ab. Autos der Zukunft sind intelligent und vernetzt. Sie kommunizieren mit dem Internet, um Verkehrsinformationen abzurufen, und miteinander, um Auffahrunfälle zu vermeiden.

Vernetzte-Kameras

Um gegen die immer besser werdenden Handykameras bestehen zu können, müssen sich die Hersteller von herkömmlichen Digital-Kameras etwas einfallen lassen. Canon versucht mit einem aussergewöhnlichen Design zu punkten. Die Canon PowerShot N besteht fast nur aus einem Objektiv und einem schwenkbaren Touch-Display. Auf Knopfdruck verbindet sich die Kamera mit dem Handy, so lassen sich Fotos auf Facebook posten. Ähnliche Geräte mit WiFi-Modul und Touchscreen haben Samsung und Nikon schon letztes Jahr vorgestellt. Der Trend ist klar: Man will Fotos nicht erst zu Hause am Computer archivieren, sondern sofort bearbeiten und übers Internet mit seinen Freunden teilen.

1-Terabyte-Memory-Stick

Immer mehr Daten lassen sich auf immer kleinerem Raum speichern. Einen Eindruck, wie schnell sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzen wird, gibt der spezielle Memory-Stick der Firma Kingston. Darauf lassen 1 Terabyte Daten speichern. Das entspricht 218 herkömmlichen DVD-Filmen. Einen Preis hat die Firma noch nicht bekannt gegeben. Die kleinere 512-Gigabyte-Variante kostet 750 Franken.