Fremdwährungen

So schröpfen die Banken ihre Kunden bei Wechselkursen

Die Unterschiede zwischen Noten- und Devisenkursen sowie zwischen den Kursaufschlägen pro Währung seien markant, sagt eine Studie

Die Unterschiede zwischen Noten- und Devisenkursen sowie zwischen den Kursaufschlägen pro Währung seien markant, sagt eine Studie

Nicht nur an den Gebühren verdienen die Banken, auch bei den Wechselkursen verlangen sie hohe Aufschläge. Zwischen einzelnen Anbietern bestehen erhebliche Unterschiede, wie eine Untersuchung zeigt.

Kauft jemand Fremdwährungen, langen die Schweizer Banken tüchtig zu. Nicht nur an den Gebühren verdienen sie, auch bei den Wechselkursen verlangen sie hohe Aufschläge. Das fand der Internet-Vergleichsdienst moneyland.ch heraus.

Er untersuchte die Noten- und Devisenkurse der Fremdwährungen Euro, Dollar, britisches Pfund, thailändischer Baht und schwedische Krone bei mehr als 40 Banken sowie bei den SBB und der Coop-Depositenkasse. Dafür wurden die Kurse während sechs Stichtagen erhoben.

Dabei zeigte sich: Durchschnittlich sind die verrechneten Fremdwährungskurse teuer, besonders die Notenkurse. Diese kommen zum Einsatz, wenn jemand Fremdwährungen am Bankschalter bezieht. Die Unterschiede zwischen Noten- und Devisenkursen sowie zwischen den Kursaufschlägen pro Währung seien markant.

Die Aufschläge der teuersten Banken sind den Erkenntnissen zufolge dreimal so hoch wie die Aufschläge der günstigsten. Die SBB gehören dabei zu den teureren Notenkurs-Anbietern, die Depositenkasse Coop zumindest bei Euro und Dollar zu den günstigsten.

Kursspanne bis zu 26 Prozent

Die prozentualen Differenzen zwischen An- und Verkaufskursen bei den Noten zeigen die anfallenden Kosten ohne Gebühren, wenn Kunden eine Fremdwährung kaufen und sofort am gleichen Ort weiterverkaufen.

Diese sogenannte Kursspanne zeigt, dass der Kunde beim Euro durchschnittlich 5,2 Prozent einbüsst. Beim Baht sind es schon 15 Prozent. Beim teuersten Anbieter beträgt die Kursspanne beim Baht sogar 26 Prozent.

Bei Devisenkursen ist die Kursspanne wesentlich kleiner. Für den Euro lag sie bei 2,9 Prozent, für den Dollar bei 3,1, das Pfund bei 3,2, die Schwedenkrone bei 3,5 und für den Thai-Baht bei 5,1 Prozent. Je nach Transaktion wird der Noten- oder der Devisenkurs verrechnet. Für Bargeldbezüge am Schalter wird immer der teurere Notenkurs verrechnet. Bei Überweisungen via Bankkonto kommt der Devisenkurs zur Anwendung.

Beim Bargeldbezug am Automaten gilt: An den eigenen Automaten wird bei Bezügen mit der Debitkarte etwa von Maestro oder Postfinance der Notenkurs fällig. An fremden Bancomaten ist in der Schweiz häufig der Devisenkurs ausschlaggebend, an Fremdbancomaten im Ausland praktisch immer. Somit kann der Bargeldbezug an einem fremden Bancomaten günstiger ausfallen als am Schalter oder Bancomaten der eigenen Bank.

Allerdings gibt es Ausnahmen: So geben etwa Raiffeisen, AEK Bank, PKB oder Bank Cler an den eigenen Bancomaten den günstigeren Devisenkurs. Die Genfer Kantonalbank hat einen eigenen Bancomaten-Kurs. Andererseits gibt es Banken, die auch an Automaten einer Fremdbank den teureren Notenkurs verrechnen. (SDA)

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