Skandal um IWF-Chef

SNB-Präsident will nicht Nachfolger von Strauss-Kahn werden

Philipp Hildebrand sieht sich nicht auf dem Chefposten des IWF (Archiv)

Philipp Hildebrand sieht sich nicht auf dem Chefposten des IWF (Archiv)

Der oberste Schweizer Währungshüter Philipp Hildebrand sieht sich nicht als Nachfolger des gestrauchelten Dominique Strauss-Kahn auf dem Chefposten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist am Freitag Mediengerüchten offiziell entgegengetreten.

Hildebrand wolle sich weiterhin voll seinen derzeitigen Pflichten und Aufgaben widmen, teilte die SNB in einem kurzen Communiqué mit. Der 47-jährige Hildebrand ist seit Anfang 2010 Präsident der SNB. Während IWF-Direktor Strauss-Kahn am Donnerstag im Gefolge einer Sex-Affäre zurückgetreten ist, haben Medien Hildebrand als möglichen Nachfolger ins Spiel gebracht.

Ein weiterer Schweizer, der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, wird ebenfalls aus Strauss-Kahn-Nachfolger gehandelt. Als Kronfavoritin gilt aber Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde. An der bisherigen Praxis, dass der IWF-Chef ein Europäer ist, wollen vor allem Deutschland und Frankreich festhalten.

Als Kandidat gehandelt wird so auch der ehemalige Chef der deutschen Bundesbank, Axel Weber, der Anfang Jahr überraschend den Hut genommen hatte. Grossbritanniens Ex-Premier Gordon Brown gilt ebenfalls als möglicher Nachfolger Strauss-Kahns, allerdings hat er nicht die Unterstützung von Premierminister David Cameron.

Anspruch auf den Chefsessel erheben allerdings auch Länder wie China, Indien und die Türkei. Möglich ist somit eine Kandidatur aus den Schwellenländern. Diesbezüglich im Gespräch ist der ehemalige türkischer Finanzminister Kemal Dervis.

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