Währungspolitik

SNB-Präsident streicht Ziel der Währungskäufe heraus

SNB-Präsident Jean-Pierre Roth (Archiv)

SNB-Präsident Jean-Pierre Roth (Archiv)

Die Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf dem Devisenmarkt hätten nicht zum Ziel, der Exportwirtschaft zu helfen, betonte SNB-Präsident Jean-Pierre Roth gegenüber dem deutschen «Handelsblatt». Vielmehr wolle die SNB eine Deflation verhindern.

"Wir sind in einer Situation, wo unsere Zinsen gegen null tendieren und der Franken als 'sicherer Hafen' aufgewertet wurde", sagte Roth im Interview mit der Zeitung vom Freitag (Onlineausgabe).

Gegenüber dem Euro habe der Franken rund 11 Prozent an Wert gewonnen. "Wir wollen keine weitere Aufwertung, weil wir einer Deflation in der Schweiz vorbeugen müssen."

Die Europäische Zentralbank sei in einer anderen Position, erklärte Roth. Die EZB rechne nur mit einem temporären Rückgang der Preissteigerung und sage für das nächste Jahr bereits wieder eine Inflation von etwa zwei Prozent voraus.

Der scheidende SNB-Präsident beschäftigt sich auch mit der Frage, ob sich Notenbanken künftig neben der Preisstabilität auch um die Finanzstabilität sorgen sollen. "Was passiert etwa, wenn sich in Zeiten hoher Preisstabilität die Börse zu schnell entwickelt? Soll man die Konkjunktur bremsen?"

Die Rolle der Notenbank als Wächterin der Preisstabilität werde von der Bevölkerung akzeptiert, "aber akzeptiert sie auch einen Eingriff, um die Börse zu bremsen"? "Das sind sehr schwierige Fragen, und ich sehe die Antworten noch nicht", sagte Roth.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1