Sigg-Flaschen stehen unter Beschuss

Sigg-Flaschen stehen unter Beschuss

Sigg-Alu-Flaschen enthielten bis im August 2008 eine Chemikalie, die potenziell gefährlich ist – Bisphenol A. Diese Tatsache offenbart der Schweizer Hersteller nun auf seiner Website. Ein Eintausch der alten gegen neue Flaschen ist in der Schweiz nicht vorgesehen.

Am 20. August kommunizierte der Schweizer Qualitätshersteller Sigg, dass er in den Beschichtungen seiner Flaschen bis vor einem Jahr Bisphenol A (BPA) verwendet hätte. Wie tagesanzeiger.ch mitteilt, sei die Produktion erst im August 2008 umgestellt worden.

Es gibt über die Gefährlichkeit von BPA - einer in Kunststoffen von Babyflaschen oder Wasserkochern verwendeten Chemikalie - nach wie vor keine eindeutigen, öffentlich bekannten Studien. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält BPA für ungefährlich. Auf seiner Website ist zu lesen: «Das BAG hat die wissenschaftlichen Berichte verschiedener Lebensmittelsicherheitsbehörden ausgewertet und ist der Meinung, dass die Einnahme von Bisphenol A durch Lebensmittel kein Risiko für den Konsumenten darstellt. Dies gilt auch für Neugeborene und Säuglinge».

Auch die EU hält BPA-haltige Gefässe für unbedenklich. Viele Konsumenten wechselten im Alltag aber trotzdem aus Sicherheitsgründen von Plastikflaschen zu den Aluminiumflaschen des Schweizer Qualitätsherstellers Sigg.

Nun hat sich Sigg entschlossen, offensiv zu kommunizieren. Da in den USA die Debatte um BPA neu entflammt ist und die Substanz von der Lebensmittelsicherheitsbehörde neu untersucht wird, ist davon auszugehen, dass sich der Hersteller von Konkurrenten aus den USA und Kanada angeschwärzt zu werden. Laut der Firma Sigg hätten bei den früheren BPA-haltigen Flaschen unabhängige Tests bewiesen, dass die Chemikalie nicht aus dem Material in die Trinkflüssigkeit sickere.

Kanada ist das einzige Land, das die Substanz BPA offiziell als Gift eingestuft und seine Verwendung in Babyflaschen verboten hat. Dort macht die Sigg-Neuigkeit Schlagzeilen. In Kanada können daher all jene, die alte Sigg-Flaschen besitzen, diese gegen neue eintauschen. Für die Schweiz ist dies bisher nicht vorgesehen.

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