Der Pharmazulieferer Siegfried mit Sitz in Zofingen hat in den vergangenen Jahren stark expandiert. Einen Sprung machte das Unternehmen mit der Übernahme von drei Werken des deutschen Chemiekonzerns BASF. Damit hat Siegfried seine Position als Lieferant von Wirksubstanzen und Zwischenprodukten an die Pharmaindustrie markant ausgebaut. Nun will die Firma auch bei den sogenannt fertig formulierten Produkten einen Schritt vorwärtsmachen. Konkret geht es um feste Darreichungsformen wie Tabletten und Kapseln. Diese werden heute in einem Werk in Malta hergestellt.

Die derzeitige Kapazität von 1,2 bis 1,4 Milliarden Tabletten reicht Firmenchef Rudolf Hanko nicht aus. Ihm schwebt eine Produktionsgrösse von 3 bis 3,5 Milliarden Tabletten vor. Damit sei Siegfried in der Lage, ihre Werke zu 80 Prozent auszulasten und gleichzeitig flexibel zu sein, um neue Aufträge anzunehmen. Ein solch grosser Sprung lässt sich wiederum nur über eine Übernahme erreichen. Im Visier ist dabei der amerikanische Markt, in dem Siegfried bislang noch kaum vertreten ist.

Im vergangenen Jahr hat Siegfried unter anderem die sterile Abfüllung von biotechnologisch hergestellten Medikamenten auf- und ausgebaut. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe in flüssiger Form, die an Patienten über Injektionen verabreicht werden. Dieser Bereich sei unter den fertig formulierten der am schnellsten wachsende Markt, sagte Hanko mit Verweis auf eine Studie des US-Beratungsunternehmens Frost & Sullivan. Ein erster Erfolg war die Bekanntgabe einer Partnerschaft mit der dänischen Biotechfirma Symphogen in diesem Bereich.

Tiefere Marge in Kauf genommen

Was die Zahlen anbelangt, so ist der Umsatz von Siegfried im abgelaufenen Jahr um knapp 5 Prozent auf 750,5 Millionen Franken gewachsen. Dabei haben die fertig formulierten Produkte etwas stärker zugelegt als die Wirksubstanzen. Der Betriebsgewinn (Ebitda) stieg um 18 Prozent auf 114 Millionen Franken. Die Marge stieg damit auf 15,2 Prozent. «Wir haben damit wieder das Zielband von 15 bis 20 Prozent erreicht», sagte Hanko. Im vergangenen Jahr habe man bewusst eine tiefere Marge in Kauf genommen, da man die noch nicht so gut ausgelasteten Werke von BASF übernommen habe. Auch der Reingewinn stieg deutlich – um 42 Prozent auf knapp 28 Millionen Franken. Wie bereits bei anderen Firmen lastete die US-Steuerreform auf dem Gewinn. Durch den tieferen Steuersatz in den USA sank auch der Wert der Verlustvorträge. Dieser Effekt wirkte sich mit rund 8 Millionen Franken aus.

Für das laufende Jahr rechnet Siegfried mit einem Wachstum im mittleren einstelligen Bereich und einem deutlichen Anstieg der Marge.