Die Belastung sei doppelt so hoch als er erwartet hatte, sagte der ehemalige Direktor der Eidg. Finanzverwaltung am Freitag in Schaffhausen. Siegenthaler nutzte die 104. Generalversammlung des VSKB, um seinen Rücktritt bekanntzugeben.

"Vor einem Jahr trat ich als Direktor der Eidg. Finanzverwaltung zurück, um beruflich etwas kürzer zu treten. Aus diesem Wunsch wurde leider nichts", sagte Siegenthaler. Er bleibt bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt, will aber spätestens Ende 2011 das Präsidium des VSKB abgeben.

Die Aufgabe sei nahezu ein Vollzeit-Job gewesen, sagte Siegenthaler im Gespräch mit den Medien. Das Vorantreiben von Projekten brauche sehr viel Zeit. "Ich bin mir bewusst, dass der Rücktritt nach so kurzer Zeit für den Verband alles andere als leicht ist", sagte Siegenthaler. Daher sei ihm der Schritt nicht leicht gefallen.

Ziel: Mehr Zusammenarbeit

Konfrontiert mit dem starken Franken, der Schuldenkrise in Europa und den tiefen Zinsen sowie der Neuordnung der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung wollen die 24 Kantonalbanken künftig stärker gemeinsam auftreten. Dazu beschlossen sie eine neue Strategie.

So sollen unter anderem die Marke "Kantonalbanken" gestärkt und die Anliegen der Staatsinstitute in der Finanzpolitik mit mehr Nachdruck formuliert werden. Eine stärkere Zusammenarbeit der Kantonalbanken soll sie auch gegenüber den Regulatoren besser in Position bringen.

Für Siegenthaler ist mehr Zusammenarbeit besonders wichtig: "Den Kantonalbanken geht es gut, zum Teil sehr gut", stellte er fest. Mehr Zusammenarbeit, wohl von den meisten Staatsinstituten gewünscht, würde aber ein Preisgeben von Autonomie bedeuten: "Dies tut man in der Regel nicht so gern ohne Not", sagte Siegenthaler.

Viele Hypotheken

Wirtschaftlich haben im vergangenen Jahr vor allem die tiefen Zinsen die Kantonalbanken belastet. Die Banken leben als wichtige Kreditgeber stark vom Zinsgeschäft. Die Kosten, sich gegen Zinsveränderungen abzusichern, sind laut Siegenthaler "schmerzhaft" hoch. Dennoch erzielten die 24 Banken 2010 zusammen einen Gewinn von 2,6 Mrd. Franken, rund ein Prozent weniger als im Vorjahr.